24.10.2012

Und wozu liest man schlechte Bücher?

Warum ich mir solche schlechten Bücher antun würde? Gemeint ist ›Eisberg‹ von Cussler.

Nun, hier ist die Antwort ganz einfach: man lernt von Fehlern anderer Menschen/Autoren.
Anders gesagt: ich habe Mozart erst richtig verstanden, nachdem ich Salieri gehört habe. Es gibt eben Komponisten, die machen selbst mit dem Orchester und einer klassischen Kompositionsweise nur unappetitliche Geräusche.
Und so finde ich die Auseinandersetzung mit Cussler durchaus sehr wichtig. Ich denke nämlich ständig darüber nach, was ich anders machen würde. Meine Ambitionen, einen Thriller zu schreiben, sind zwar praktisch null; aber meine Fähigkeiten, die Schwachstellen eines Thrillers zu beurteilen, brauche ich als Textcoach ja auch. Nicht häufig, denn ich habe selten Thriller-Autoren als Kunden (ungefähr einen pro Jahr).
Abgesehen davon ist die Analyse von Argumentationen in Geschichten komplexer als die wissenschaftliche Argumentation. Wer also mit der narrativen Argumentation gut umgehen kann, braucht sich vor der Wissenschaft nicht zu fürchten.

Siehe auch:
Kommentar veröffentlichen