29.01.2012

Alle möglichen Genres?

Nein, 
liebe Andrea, 
keine Angst. Wenn Genres unscharf sind und damit eher eine Tendenz ausdrücken, dann heißt das noch lange nicht, dass man die jetzt beliebig verteilen kann. Anders gesagt: Genres sind keine wissenschaftliche Kategorien, können aber als Tendenzen natürlich dem Leser sagen, was er ungefähr zu erwarten hat.
Insofern sollte man auf einen Liebesroman nicht die Bezeichnung Horror draufpappen. Oder umgekehrt.

Sehr geehrter Herr M.!
Sie haben natürlich Recht: es gibt umfassende Systematisierungsversuche, was allerdings kritisch zu bewerten ist (siehe das Zitat von Wilpert). Soweit ich das in den letzten Jahren mitbekommen habe, ist vor allem auch die Textlinguistik dabei, die Großformen der Gattungen "von unten her" aufzurollen, also durch Kleinformen oder abschnittsweise Textmuster.
Solche Versuche kann man ja gerne sehen, wie man will. Und meinetwegen kann auch jeder Mensch auf seinen Roman draufkleben, was er will. Nur sollte er eben nicht erwarten, dass andere Menschen genau diese Einteilung auch mitmachen und vor allem auch nicht, dass diese präzise geklärt ist. Was die phantastische Literatur angeht, so gibt es die beiden Bücher von Lem, aber soweit ich mich erinnere, führt dieser auch keine umfassende Typisierung ein. Da müsste ich allerdings noch einmal nachschauen.
Ansonsten interessiere ich mich wenig für diese Streitfrage um Gattungen. Für mich sind einzelne Textmuster wie die Beschreibung oder die Schilderung viel spannender.
Mit freundlichen Grüßen,
Frederik Weitz
Kommentar veröffentlichen