01.09.2011

Pornotexte schreiben

Zwei Stunden habe ich jetzt kommentiert und lektoriert. Alle drei Sachen pornografische Texte, alle drei brauchen dringend eine Überarbeitung. Das eine Werk, eine Kurzgeschichtensammlung, trägt den bezeichnenden Titel "Pissen". Ich verstehe solche Werke nicht, bzw. ich verstehe den Autoren nicht. Denn trotz des teils sehr obszönen Inhaltes hat der Mann eine ganz gute und psychologische Beobachtungsgabe und manchmal richtige Geistesblitze, was seine Verbildlichung von Szenen angeht. Aus dem lässt sich echt noch was herstellen. Mehr Geschichte, weniger die im Titel genannte Praxis. (Gibt es solche Menschen wirklich, die so was tun? Ich dachte, das sei einer dieser ungepflegten Internet-Mythen.)
Die zweite Kundin schreibt Pornotexte, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Gerade macht ihr eine Schreibblockade zu schaffen. Ich habe ihr eine kleine Anleitung zum Verfassen von Sonetten geschrieben und einige Gedichte von Rilke und George knapp analysiert (so dass es nicht Literaturwissenschaft ist, sondern eine Ahnung, wie Inhalt und Struktur sich in einem Gedicht vermitteln).
Und dann gibt es da noch die dritte: sie schreibe schon sehr gut (tut sie nicht), besser auf jeden Fall als Charlotte Roche (na ja!) und die sei überhaupt ein Softie (hat sie aber verblümter geschrieben) und garnicht richtig pornografisch. - Liebe Kundin! Erzählung kommt von dem Wort erzählen. Eine Erzählung besteht aus unterschiedlichen Ereignissen, wobei ich unterschiedlich extra nochmal betonen möchte, weil das eine echt erstaunliche Erkenntnis sein dürfte, für manche Menschen.
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