23.03.2014

Grand Budapest Hotel

Gestern war ich mit meinem Onkel in dem Film Grand Budapest Hotel von Wes Anderson. Ein äußerst vergnüglicher Film. Wie alle Filme von Anderson ist er skurril, melancholisch und diesmal sogar ein wenig politisch. Fast jede Rolle ist mit einem großen Hollywood-Star besetzt. Die meisten erkennt man nicht auf den ersten Blick. Und viele von ihnen auch nicht auf den zweiten Blick.
Die Kulissen sind teilweise deutlich gemalt. Der Film gibt sich gar nicht erst die Mühe, eine Illusion von Realität aufzubauen.
Ich habe mich sehr gut unterhalten. Mein Onkel war hinterher gegenteiliger Stimmung. Seitdem denke ich darüber nach, warum er diese nette, märchenhafte Geschichte albern und nutzlos fand.

Der Film schildert die Erlebnisse eines Concierges, eben jenes aus dem Grand Budapest Hotel, der nach dem Ableben eines langjährigen, weiblichen Gastes unverhofft zu der Erbschaft eines Bildes gelangt. Die Familie dieser Frau macht ihm allerdings diese Erbschaft streitig und schreckt auch vor Mord nicht zurück. Dies führt den Concierge zu einer Odyssee durch ein kleines osteuropäisches Land während einer Revolution und zu einigen eher skurrilen als dramatischen Abenteuern. Am Ende stellt sich heraus, dass die verstorbene Fürstin ermordet wurde und im Falle dieser Ermordung der Concierge das gesamte Erbe vermacht bekommt.

Der Film weist einige ästhetische Besonderheiten auf, die zwar nicht wirklich neu, aber selten genug zu finden sind. So sind die Kulissen mal realistisch und mal unrealistisch. Es gibt Szenen, in denen wirken einzelne Teile wie aufgestellte Figuren von zum Beispiel einer Seilbahn.
Zudem ist der Film verschachtelt erzählt. Zu Beginn und zum Ende wird ein Mädchen gezeigt, welches zu dem Denkmal eines Schriftstellers geht, der Grand Budapest Hotel geschrieben hat. Von dort aus springt der Film zu dem Schriftsteller selbst, nachdem er dieses Buch veröffentlicht hat. Von dort aus springt der Film erneut zu der Situation, in der der Schriftsteller angeblich von dieser Geschichte erfahren hat. Und erst dann beginnt die eigentliche Geschichte. Der Film ist also mit drei Rahmen versehen, die immer weiter entfernt in der Zeit liegen.
Zudem zitiert der Film zahlreiche Klassiker der Filmgeschichte, so unter anderem die berühmte Jagd im Schnee aus dem James Bond-Film For your eyes only. Auch Mord im Orient-Express wird zitiert, Shining von Stanley Kubrick und Schiff der Träume von Federico Fellini. Überhaupt Fellini: bei einer anderen Szene, aber da bin ich mir nicht mehr sicher, da ich den Film lange nicht gesehen habe, scheint er Casanova zitiert zu haben. Und dann tauchen auch, aber auch da bin ich mir nicht sicher, Filme mit Robert Redford auf: Der Clou, Der große Gatsby.
Kommentar veröffentlichen