15.03.2014

Brixton Hill von Zoe Beck

Hatte ich neulich geschrieben, dass ich mich nicht so richtig an die Bücher von Zoe Beck herantraue, obwohl ich ihre letzten drei Krimis besitze? Nun, ich lese gerade Brixton Hill und bin ganz hin und weg. Klare, schlichte Sprache, eine Hauptfigur mit Ecken und Kanten, dabei aber sehr realistisch. Kein großes Herumgeschwafel mit psychologischen Hintergründen (was ja eh nur Autoren machen, die keine Ahnung von Psychologie haben). Schließlich: Humor. Trockener, gut eingesetzter Humor. Zur Geschichte kann ich noch nicht so viel sagen. Ich bin, aus Zeitmangel, noch nicht allzu weit gekommen. Seite 80 gerade eben.
Irgendjemand schreibt auf Amazon zu diesem Buch: 
"Wer “Brixton Hill” lesen möchte, weil er ein Thriller-Fan der blutrünstigen Art ist, wird sicherlich enttäuscht werden. Ich stand auch kurz davor, weil das Wort “Thriller” auf einem Buchcover ganz bestimmte Erwartungen in mir weckt und diese während des Lesens nicht gänzlich erfüllt wurden."
Aber heute klebt man doch auf jedes Buch, in dem es einen Toten mehr als notwendig gibt, einen Terroranschlag oder einen Wirtschaftskriminellen im Hintergrund, das Wort Thriller drauf. Manche Verlage kennen anscheinend nichts anderes mehr. Weil die meisten modernen Thriller möglichst blutig beginnen und dann in der Qualität des Schreibstils umso schneller nachlassen.
Becks Buch ist spannend. Aber ihre Schreibweise ist unaufgeregt, präzise, fast leise. Das muss aber auch so sein, denn erst dadurch wird eine Geschichte nicht ständig durch dieses Hickhack von "plötzlich", "auf einmal" und "wie aus heiterem Himmel" zerhackstückt.
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