19.10.2014

Schizoanalyse und Rhizom

Nebenbei habe ich ein kleines Büchlein entdeckt, das ich begonnen haben, durchzukommentieren. Es heißt Die Schizoanalyse von Félix Guattari und Gilles Deleuze; Autor ist Arnim Thakkar-Scholz. Ich habe etwa ein Drittel geschafft. Gestern. Wenn der Rest der Schrift genauso intensiv geschrieben ist, dann ist es tatsächlich ein hervorragendes Büchlein. In den großen Monographien zu Gilles Deleuze vermisse ich immer die Bezüge zu der Logik. Zu rasch greifen mir die Autoren auf eine Gesellschaftskritik über, die sie angeblich in den Werken von Deleuze finden. Doch wie immer kann man Methode und Ergebnis nicht trennen und wenn die Methode außen vor gelassen wird, sind die Ergebnisse wenig verständlich. Der Versuch, Deleuze in die Reihe marxistischer Denker einzuordnen, ist auf einer solchen Fehlleistung begründet. Sicherlich ist er ein radikaler Denker, insofern man radikal nicht in die Nähe von einem Linksradikalismus rückt.
Thakkar-Scholz nun schafft es, diese methodischen Bezüge deutlicher herauszuarbeiten. Es war ein Zufallsfund, der mir dieses Buch auf meinen Schreibtisch gespült hat, Treibholz eines Bibliotheksbesuchs. Womit dann aber auch die Werke von Deleuze selbst wieder auf meine Liste gelandet sind. Ich habe diesen fantastischen Denker seit Jahren nicht mehr gelesen.
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