28.04.2009

Metaphern und moralisierte Bereiche

Eigentlich wollte am Sonntag nur damit beginnen, Zitate zu Metaphern zusammenzustellen. Dann aber bin ich bei Bateson hängen geblieben und mittlerweile arbeite ich wieder mit seinen Schriften. Es ist noch zu früh, hier irgendetwas zu dem ganzen Komplex bei Bateson zu sagen, aber meiner Ansicht nach passen seine theoretischen Erarbeitungen in gewisser Weise gut zu dem Problem des sozialen Gedächtnisses.
Jedenfalls zeigt mir Bateson noch einmal sehr deutlich, wie kritisch man mit bestimmten metaphorischen Feldern umgehen muss. So ist es ja durchaus üblich, Verhaltensweisen mit Metaphern aus dem Bereich der Energie zu illustrieren. So wird dann Ermüdung als fehlende (psychische) Energie wahrgenommen. Gerade das aber muss biologisch nicht so sein: wenn die Energie in einen anderen Teil des Organismus abgleitet als den motorischen, wird eben keine Energie wahrgenommen. Was auch immer hier Energie dann bedeutet.
Neben einer radikaleren Beobachterperspektive gerade in den Bereichen, die wir metaphorisieren, muss man (und muss ich) noch einmal lernen, solche allzu raschen, da allzu eingängigen Metaphern besser wahrzunehmen.
Gerade stark moralisierte Bereiche, wie Empathie, wie Gewalt, ziehen Metaphern und metaphorische Modelle an. Eigentlich kann man hier nur dann zu einer wissenschaftlicheren Perspektive kommen, wenn man zuvor Metaphernkritik betreibt, also zuerst genau und auf diese Punkte hin liest. 


Kommentar veröffentlichen