10.03.2009

Ende (oder: Anfang)

Rena und Sabrina geben heute ihre Diplom-Arbeit (zum Gender-Marketing) ab.
Nachdem ich mich dort als Lektor betätigt habe und die beiden kräftig mit Kommaregeln, Stilfragen und nötigen und unnötigen Wiederholungen genervt habe, konnte ich mich zumindest gestern entspannt zurücklehnen. - Aber die letzte Fassung liest sich dann auch gut: zumindest die Teile, die ich seit Sonntag durchschaue. Bei den anderen nehme ich es an.

Nachdem ich einmal jemandem Teile seiner Diplomarbeit geschrieben habe und öfter auch den Zuträger von Strukturen, Wissensfeldern und ähnlichem gespielt habe, bin ich hier ja ziemlich hart geworden.
Ich habe - bei Rena und Sabrina - lediglich meine Bücher ausgeliehen, habe viele Fragen gestellt und den Grammatik-Duden hinterlegt.
Zu oft war es so, dass eine Person, der ich geholfen habe, sich artig bedankt und einiges Blaues vom Himmel versprochen hat. Manchmal, zumindest in einem Fall, lief es dann aber so umgekehrt, mit bösartigen Verleumdungen hinter meinem Rücken, dass ich heute sowieso nur noch dort helfe, wo ich weiß, dass ich mir hier nichts vergebe. Hübsche Aussagen über meine hervorragende Allgemeinbildung nutzen mir nichts, vor allem, wenn die betreffende Person das selbst gar nicht bewerten kann.

Lange Rede, kurzer Sinn. Bei Sabrina und Rena läuft das anders.
Wir haben während der Diskussionen, die wir hatten, zahlreiche offene Flanken in der Gender-Marketing-Diskussion festgestellt. Diese konnten die beiden nur zu einem Teil in ihrer Arbeit diskutieren.
Einiges zur Neurophysiologie zum Beispiel verdiente einer genaueren Betrachtung. Darum habe ich mich gestern gekümmert. Erstmal füllt sich mein Zettelkasten, aber zugleich arbeite ich hier, ausgehend von der Diplom-Arbeit der beiden, Thesen aus, die nicht ganz so mythisch sind, wie sie derzeit von anderen Autoren verbreitet werden.

Der Knaller war, dass eine Autorin behauptete, dass 1. Frauen zu peripherem Sehen neigen, und deshalb ein Blickfeld von bis zu 180 Grad haben, was aber von der Anordnung der Retina schon garnicht möglich ist und dass 2. Frauen ihre Marken mit der gleichen Aufmerksamkeit betütteln können, wie ihre Kinder. Liebe Frau Wirtschaftsautorin! Letzteres nennt man Fetischismus. Das ist eine Art sexueller Perversion und durchaus nicht für Frauen geeignet oder empfehlenswert. (Im Übrigen vermute ich, dass Männer dazu eher und aus ganz anderen als Betüttel-Gründen dazu neigen.)

Was das periphere Sehen angeht, so zeigen Kinder (meist Jungs) mit ADHS teilweise die erstaunliche Fähigkeit, in eine bestimmte Richtung zu blicken und trotzdem - auf welche Art auch immer - noch mitzukriegen, was anderswo passiert. Das widerlegt noch nicht vollständig die These des peripheren Sehens, ist aber zumindest ein deutliches Zeichen.

Mit dazu gehörte auch, dass ich zum ersten Mal das Buch vom Ehepaar Pease angelesen habe (Warum Männer nicht zuhören ...). Ein fragwürdiges Buch!
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