02.03.2009

Dickens

Abends habe ich noch zwei weitere Szenen meines Krimis in den Computer getippt, bin dann aber bei der Suche nach einem passenden Zitat bei Dickens hängen geblieben und habe seinen wundervollen Roman The old Curiosity Shop angefangen. Es ist noch nicht so lange her, dass ich den gelesen habe, ich glaube im letzten November oder Oktober, weil irgendwo bei Donna Leon - in der Commissario Brunetti-Reihe - steht, dass dies der Lieblingsroman der Signora Brunetti ist (die Professorin für Anglistik ist).
Aber gerade bei Dickens kann ich auch nicht aufhören zu lesen. So habe ich die letzten zwei Stunden mit diesem herrlichen Roman zugebracht.
Heute nachmittag allerdings musste ich in einem anderen wundervollen Roman herumstöbern, der Cécile von Fontane. Cécile bildet ein wenig einen Konterpart für meinen Krimi, geht es doch in dieser Erzählung ebenfalls um das Glück. Fontane ist natürlich fein, und ich schreibe sehr explizit auf Unterhaltung und - natürlich auch - weil ich meine eigene Schreibstrategie für Krimis auch mal selbst ausprobieren wollte. Sie funktioniert sehr gut: der Plot ist hinreichend komplex und neben dem reinen Whodunnit spielt das Leben meines Kommissars eine wichtige Rolle.
In einem habe ich mir auch in meiner Geschichte einen Wunsch erfüllt. Dickens Werke haben mich, seit ich Oliver Twist gelesen habe, in meiner Reflexion über Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sehr beeinflusst. Dickens schreibt über allerlei Formen der Gewalt und - auf der Ebene des Stils - wie man diese kompensieren kann. Dazu wollte ich auch schon immer etwas zu Papier bringen. Jetzt habe ich zumindest meiner einen Romanfigur ein Buch angedichtet, das dieses Thema als Inhalt hat: die Rolle der Gewalt gegen Jugendliche in Dickens Romanen und was dies mit der heutigen Gewalt zu tun hat. Großzügig, wie man nur als Autor sein kann, habe ich aus diesem fiktiven Buch gleich auch noch einen Bestseller gemacht.


Kommentar veröffentlichen