05.10.2011

Schwach, liebe Monster, extrem schwach

Wasser war schon immer ein gediegenes Markenzeichen gepflegten Horrors. Denken Sie nur an den weißen Hai oder die Duschszene aus Psycho. Neulich überraschte mich eine Freundin mit der Aussage, sie müsse bei Zombiefilmen immer weinen. Selbst das Alien sabbert fleißig vor sich hin. 
Die Zeiten haben sich geändert. Spätestens seit dem Crystal Lake breiten sich nur scheinbar unschuldige Jugendliche immer mehr im Horror-Genre aus. Das wäre noch hinzunehmen. Schließlich ist das Abschlachten von Kindern ein zutiefst europäisches Thema. 
Nicht hinnehmbar dagegen sind die schauspielerischen Leistungen dieser breitschultrigen und vollbusigen Amateure. Wer es schafft, einen ganzen Film lang mit demselben Gesichtsausdruck herumzuwandern (und ich rede jetzt nicht von Mike Myers), hat vielleicht sowieso nicht viel vom Leben. Wo bleibt da der Reiz? Wo die Identifikation? 
Neulich musste ich mir einen Horrorfilm ansehen, der besonders grausam war. Er wärmte das alte Untergenre "Hai frisst Teenager" auf und trug den sinnhaften Namen Shark Night. Die Kids waren nun besonders unleidlich und ich war froh, als ich mich, dank der fischgerechten Dezimierung, nur noch auf wenige von ihnen konzentrieren musste. Auch so werden Filme gegen Ende besser. Was mich allerdings besonders an diesem Film fasziniert hat, war, dass er an einem Süßwassersee spielt. Haie im Süßwasser? Da ist doch irgendetwas faul. 
Jedenfalls machen die Monster ihren Job nicht ordentlich. Nach soundsoviel hundert "Lass uns die Teens aufschlitzen"-Filmen müssten die inkompetenten Schauspieler doch endgültig von der Leinwand verschwunden sein. Doch nein! Es gibt sie immer noch und mehr denn je. Und das, liebe Monster, finde ich extrem schwach.
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