18.09.2012

Die Elefanten meines Bruders, oder: Paradigmenwechsel

Ab und zu muss man einfach Werbung für ein Buch machen, hier von dem Autoren Helmut Pöll. Das Buch heißt Die Elefanten meines Bruders. Es ist eine ganz wundervolle, ganz zarte Geschichte aus der Innenperspektive eines ADHS-Kindes, mit ganz viel Humor und Situationskomik geschrieben. Eine Stelle, in die ich mich sofort verliebt habe, war folgende (Position 179):
Wenn zehn Punkte voll sind gehen wir Eis essen oder ins Kino. Das darf ich mir aussuchen. Ich kann aber die Punkte auch ansammeln. Das habe ich ausgehandelt. Ich kann die Punkte ansammeln und mir dann neue Rollschuhe wünschen, wenn ich viele OK Punkte sammle. Wenn ich hundert Punkte ansammle bekomme ich fünf Bonuspunkte extra. Das habe ich auch ausgehandelt. Nach dem Einfall des Todessterns in die Elterngalaxie wurde mein Punktestand gelöscht. Ich hatte 80 Punkte und hätte doch immer das Eis nehmen sollen. Das nennt man Paradigmenwechsel, sagte mein Deutschlehrer.

Ein Paradigmenwechsel ist, wenn man etwas gut findet, bis man merkt, dass es doch totale Scheiße ist. Aber Scheiße sagt man nicht.
Das Buch hat leider immer mal wieder fehlende Kommas vorzuweisen, in dieser Passage sogar gleich zwei. Der Geschichte und dem Stil tut das keinen Abbruch.
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