09.06.2013

Nachrichten aus der Zwischenwelt

Es ist ja nett, dass ich, sobald ich einige Tage nichts veröffentlicht habe, angeschrieben werde, ob es mir gut gehe. Derzeit gibt es sogar einen Grund für den Zweifel: ich war im Krankenhaus und das war kein Zuckerschlecken. Also die Krankheit. Aber ich befinde mich auf dem Weg zur Gesundung, ärgere mich mit meiner Krankenkasse herum, die das vorgelegte Geld für Behandlungen seit fast zwei Monaten nicht auszahlt, während sich weitere Rechnungen türmen. Für die ich natürlich kein Fettpolster mehr habe. Ich habe auch deshalb wenig Zeit, weil ich mich, sofern es nötig ist, auf alles untersuchen lasse, was bedenklich ist: durch die Medikamente hatte ich eine Lichtempfindlichkeit, die zum Glück abgeklungen ist; demnächst werde ich meiner Haut auf mögliche, gefährliche Pigmentflecken untersuchen lassen und eine allgemeine Krebsvorsorge in Anspruch nehmen. Ich hatte also Termine in der HNO, der Augenklinik und einiges anderes mehr, eben lauter Dinge, die auch Zeit fressen.

Jeden Morgen lese ich mindestens eine Stunde lang Nachrichten. Sofern mir der Artikel interessant erscheint, entweder von der Argumentation oder von den rhetorischen Mitteln, kommentiere ich ihn auch.
Heute habe ich, um das schöne Wetter zu genießen, ein weiteres Buch von Simon Beckett angefangen, Die Chemie des Todes. So langsam nervt mich, dass der Protagonist in ständigen Selbstzweifeln lebt, während er gleichzeitig immer wieder herausstreicht, dass er der bedeutendste englische Forensiker sei. — Immer noch steht der alte Hegel auf meinem Programm und immer noch handelt es sich eigentlich eher um eine Nebenbemerkung, die Judith Butler in ihrem Buch Das Unbehagen der Geschlechter macht, die mich auf Hegel verwiesen hat. Allerdings habe ich mich in der Phänomenologie des Geistes auch ziemlich festgelesen. Derzeit wird von mir fast jedes Wort kommentiert, der argumentative Gang zerpflückt und die Begriffe und rhetorischen Figuren kritisch beleuchtet. Dafür hüpfe ich dann immer wieder zu meinen wichtigen Methodenbüchern, der deutschen Satzsemantik von Polenz, den literaturwissenschaftlichen Grundbegriffen von Link, der Semiotik von Eco und einige andere mehr, seit einem Jahr auch die Textstilistik des Deutschen von Barbara Sanders.
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