21.02.2014

Der Ego-Tunnel (Thomas Metzinger)

Hier nur in Kürze (und später mehr): ich lese gerade von Thomas Metzinger das Buch Der Ego-Tunnel. Ganz frisch ist dieses Buch nun nicht mehr. Es wurde 2009 veröffentlicht. Seit einigen Tagen liegt allerdings eine erweiterte Fassung vor.

Ich habe es jetzt einmal rasch durchgelesen (letztes Wochenende) und schon da war ich sehr beeindruckt. Es bietet eine sehr lesbare und leicht zu lesende Abhandlung über eine Ethik auf der Grundlage der Neurophysiologie. Darstellungen von Gehirnfunktionen werden auch dem unbedarften Leser gut nahe gebracht und ohne das fachwissenschaftliche Vokabular. 
Bei anderen Autoren findet man eine solche Darstellung nicht. Gerhard Roth macht sich dort teilweise keine Mühe und schreibt damit deutlich für ein gebildetes Publikum. Das tut er zwar insgesamt sehr gut, versperrt hier allerdings einem breiten Publikum den Einstieg. Manfred Spitzer benutzt mir zu oft sein medizinisches Vokabular, um den Leser einzuschüchtern und kommt damit sehr auf einem hohen Ross daher.
Thomas Metzinger dagegen schreibt angenehm unprätentiös und damit auch so, dass selbst komplexere Zusammenhänge leicht erfassbar werden. Wer eine gute Vorbildung hat, wird das eine oder andere zu breit angelegt empfinden.

Seit gestern lese ich es zum zweiten Mal. Meine zweite Lektüre begleite ich mit Kommentaren und dem Sammeln von Fundstücken.
Für mich ist das ein sehr wichtiger Schritt, denn hier stelle ich fest, wie anregend ein Buch für mich ist. Und tatsächlich habe ich in anderthalb Tagen keine 30 Seiten geschafft. Dafür umfasst mein Kommentarapparat mittlerweile knapp 50.000 Wörter. Und jetzt schon kann ich sagen, dass dieses Buch für mich sehr wichtig werden wird und wahrscheinlich die nächsten 3-4 Monaten meine Aufmerksamkeit und meiner Arbeit polarisieren wird.

Zudem dürft ihr in der nächsten Zeit mal wieder einige Artikel zur Neurophysiologie erwarten und dann hoffentlich auch einen etwas ausführlicheren Bericht über dieses Buch.
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