04.01.2011

Rubikon-Modell; was Coaches so treiben

Es freut mich ja, dass mein Artikel zum Rubikon-Modell mittlerweile so hoch platziert ist. Was mich weniger freut, sind manche Verunstaltungen dieses Modells. So finde ich auf der Seite eines Peter Fuermetz eine ganz andere Abbildung dieses Modells, grafisch hübsch aufpoliert, aber leider falsch.
Gegen andere Modelle ist allerdings nichts zu sagen. Sofern ein Modell sensibel entworfen wurde (Sensibilität entsteht aus dem bedachtsamen Abwägen von Wahrnehmungen, Begriffen und Emotionen), ist jedes Modell ein Stück weit sinnvoll und umgekehrt, und das gilt auch für das Rubikon-Modell, nie vollständig und nie vollständig praktisch. Was mich ärgert, ist zunächst nur, dass hier unter einem bekannten Namen ein ganz anderer Inhalt eingeführt wird. An dem konkreten Modell bei Fuermetz fehlt zum Beispiel die Phase der Reflexion; zudem ist das Bedürfnis "nur" die "Energie", die zu einem Motiv führt; schließlich ist die so genannte prädezisionale Motivationsphase diejenige, die zu einem Motiv führt: der Rubikon wird überschritten, wenn ein Mensch sich für dieses Motiv entscheidet. In dem Modell von Fuermetz existiert das Motiv allerdings schon vor dieser Entscheidung. So hat Heckhausen das nicht gemeint. Und wenn man es genau überdenkt, ist diese Anordnung auch unsinnig.
Boshafterweise kann man gerade das Fehlen der "weichen" Phasen des Rubikon-Modells (also der ersten und der letzten Phase, der prädezisionalen und postaktionale Motivationsphase) als ein Zeichen ansehen, dass hier ein blindes Vor-sich-hin-wurschteln  gelehrt wird.


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