01.01.2009

Ein schönes neues Jahr ...

wünsche ich allen. Da sich doch immerhin zehn Mails gesammelt haben, die nachgefragt haben, was ich so treibe und warum ich nicht blogge, antworte ich hier mal.

1. Harry Potter: Ich hatte vor einem dreiviertel Jahr angefangen, minutiöse Aufzeichnungen über Harry Potter zu machen. Minutiös heißt hier, von Satz zu Satz. Da ich das Ganze in meinem Zettelkasten haben wollte, und der alte Zettelkasten auf meinem Computer einfach nur ewig langsam war, habe ich auf Papier geschrieben. Und das tippe ich zur Zeit ein. Ziel sind immer noch narrative Figuren zu katalogisieren, die sich in dem Zwischenraum zwischen Satz und Geschichte bilden.
Das hat viel mit Erbsenzählerei zu tun. Keine Angst. Damit werde ich euch nicht behelligen.
Aber ich werde auf jeden Fall solche narrativen Figuren zusammenstellen und dazu dann Übungen vorschlagen. Es geht, wenn man einen Plot entworfen hat, um das "Kleid" der Geschichte, um Muster und Farben.

2. Außerdem arbeite ich an der Rhetorik der politischen Sprache. Neben der Analyse von Bundestagsreden habe ich jetzt ein Buch bekommen, George Lakoff/Elisabeth Wehling: Auf leisen Sohlen ins Gehirn. Politische Sprache und ihre heimliche Macht, das ich demnächst ausführlicher vorstellen werde.

3. Neben der Rhetorik der politischen Sprache steht die Sprache der Massenmedien, hier vor allem die Sprache der Werbung. Auf der einen Seite übe ich mich auch hier in Analyse. Auf der anderen Seite nutze ich hier meine ganzen Aufzeichnungen zur Schlagfertigkeit, um mich daran auch praktisch auszuprobieren. Ich habe eine hübsche Werbekampagne für Duplo entworfen. Ferrero wird mich steinigen.

4. Bild und Text. Das heißt für mich auch mal wieder intensiver mit der Kinotheorie von Deleuze zu arbeiten. Ich habe die beiden Kino-Bücher das letzte Mal in den 90er-Jahren durchgearbeitet. Das ist lange her und mittlerweile stehe ich mit ganz anderen Ideen da.
Es sind ganz wundervolle Bücher. Auch diese verschwinden nach und nach in meinem Zettelkasten.

5. Dann habe ich eine ganze Menge zu lesen bekommen. Lakoff ist nicht der einzige, auch Ruth Seligers Buch über Management und ein Buch von Reinhard Voß, Hrsg., über Gewaltprävention bei Jugendlichen (was mich noch immer interessiert).

6. Dann die zwei Nicht-Krimis von Markus Imbsweiler. Ich bin noch nicht ganz fertig, aber sowohl König von Wolckenstein als auch Verwandte auf dem Mars sind wundervolle Bücher von einem Autoren, der von Humor wirklich Ahnung hat. Seine Grotesken bewegen sich auf einem Niveau weit über Tommy Jaud und anderen dieser seltsamen Humorpathologen, und sind doch kurzweilig, sinnlich, spannend. Sehr empfehlenswert!

7. Weihnacht und Sylvester waren natürlich auch noch.
Frohes Neues Jahr, eben!
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