24.01.2014

Ach Spiegel! Warum Sahra Wagenknecht kein Opfer von Markus Lanz ist

Die böse bürgerliche Presse ist natürlich die gute bürgerliche Presse. Zumindest darf man das nach einem Artikel auf Spiegel-online vermuten. Der Linke käme die Aufregung gerade recht, um sich selbst zu inszenieren. Und: Wagenknecht könne sich selbst verteidigen. 

Richtig, zugegeben.

Doch es geht zum großen Teil nicht um den Umgang von Lanz mit Wagenknecht, als ob diese beiden sich irgendwo im stillen Kämmerlein getroffen hätten, um nun über irgendetwas zu argumentieren. Es geht um diese Diskussion im Beisein von Publikum. Wie ich in meinem Video bereits gesagt habe: das Publikum fühlt sich entmündigt. Und das ist den Menschen wesentlich wichtiger als Sahra Wagenknecht.

Es ist ein Zeichen von Unbürgerlichkeit, ein soziales Problem nicht von allen Seiten zu würdigen und zu diskutieren. Die Presse hätte hier eigentlich eine Vorreiter-Rolle. Sie nimmt diese aber immer weniger wahr. Stattdessen wiederholt der Artikel das Problem, das Lanz mit der Politik hat: er macht aus einem politischen Begriff einen empirischen.
Das Zusammenleben von Menschen lässt sich aber nicht regeln, wie sich die Naturwissenschaft regeln lässt. Menschen handeln intentional; die Natur beruht auf Kausalitäten.

Besonders bitter allerdings: Jörges wirft Wagenknecht vor, was er selber macht, nämlich den politischen Gegner totzuquatschen. Wer so wenig Bewusstsein für die Selbstwirksamkeit hat, macht sich eigentlich nur lächerlich.
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