14.04.2013

Edgar Wallace: Feuer im Schloss

Der Roman Feuer im Schloss erschien 1931 und wurde 1960 übersetzt. Damit gehört er zu den späten Krimis von Edgar Wallace.

Rezension (ohne Spoiler)
Aus einer Nervenheilanstalt bricht ein alter Mann aus, erschlägt seinen Wärter und verschwindet in den Wäldern. Dieser Mann hat sein Leben lang in der Nervenheilanstalt verbracht. Warum er gerade jetzt ausbricht, weiß niemand. Kurze Zeit darauf werden mehrere Einbrüche verübt, bei denen teure Schmuckstücke gestohlen werden. Seltsamerweise aber werden diese fast ein Jahr später wieder zurückgebracht und zwar erneut durch Einbrüche.
Ein Bewohner des Landstriches ist Lord Arranway. Dieser etwas verschrobene Mensch mit einem großen Hang zur Eifersucht hat eine junge Frau geheiratet und da seine erste Frau ihn betrogen hat, gibt es zwischen den beiden reichlich Konflikte. Der Bruder der jungen Frau hat zur Versöhnung eine Europareise vorgeschlagen. Auf dieser Europareise lernen sie einen Mister Keller kennen, mit dem sich der Lord sehr gut versteht. Keller gibt vor, ein reicher Australier zu sein. In Wirklichkeit ist er ein Frauenheld, Dieb und Erpresser. Er hängt sich an den Lord und seine junge Frau und fährt mit ihnen auf ihr Schloss. Bereits einige Tage später bricht im Schloss ein Feuer aus und es brennt nieder. Die Bewohner des Schlosses siedeln in einen Gasthof über, der einem gewissen John Lorney gehört. Hier betreibt Keller weiterhin seine kleinen Erpressungen, deren Opfer vor allem Mary, die junge Frau des Lords ist. Dann taucht ein weiterer Mensch auf, dessen Tochter durch Kellers Missverhalten erst verrückt geworden ist, dann starb. Die Situation zwischen diesen Menschen spitzt sich immer weiter zu. Schließlich kommt es zum Mord an Keller.

Wallace führt nach und nach in eine Situation ein, die höchst spannend ist und geradezu nach einem Mord schreit. Dabei ist faszinierend, dass man erstens nicht an Keller denkt und zweitens, dass die Auflösung der ganzen Geschichte sehr nachvollziehbar ist, aber bis kurz vor der Auflösung eigentlich nicht denkbar. Der Krimi ist also hervorragend konstruiert.
Stilistisch bleibt Wallace sehr knapp. Seine Sätze sind kurz und ohne größere poetische Wortwahl. Nein, ein literarisches Meisterwerk, wie man dies bei Chandler erwarten kann, ist dieser Krimi nicht. Spannend und kurzweilig dagegen ist er und wegen der schlichten Sprache rasch zu lesen.
Man kann den Roman also ohne Bauchschmerzen empfehlen. Für einen Nachmittag ohne großes Philosophieren und mit viel Regen ist er auf jeden Fall äußerst ideal.
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