30.03.2015

Seltsame Einschübe

Was denn nun meine Kritik an Zimpel sei, bzw. an seinem Buch Einander helfen, fragt mich jemand. Bleiben wir bei einem oberflächlichen Phänomen.
Zimpel schafft es, in seine wissenschaftliche Argumentation Sätze einzubauen, die nicht dort hineingehören, die in gewisser Weise sogar schräg zu der Argumentation verlaufen und diese stören: 
„Sein hypnotischer Blick verrät einen investigativen, jung gebliebenen Geist, dem das Grauweiß von Bart und Locken nun auch noch eine Aura von Weisheit verleiht.“ (36) 
„Man könnte seine Herkunft aus den USA auf den ersten Blick erkennen, würde er zu seiner John-Lennon-Brille und zu seinem silbergrauen Vollbart noch die obligatorische Baseballmütze tragen.“ (37) 
Mich erinnert dies an die Beschreibung der Texte Michelets. Auch dieser scheint sich mehr für den Faltenwurf, die Farben, und Ähnliches zu interessieren, als für die Aussagen zu Verträgen, politischen Bündnissen, usw.
Genauer gesagt: Diese Sätze, die Zimpel in seine Argumentationsgänge einfügt, wirken wie hilflose Versuche, den Text plastischer, bildlicher, persönlicher zu machen. Aber mit Bildlichkeit und Anschaulichkeit hat das wenig zu tun. Es gibt keine Motivation für diese Bilder innerhalb des Textes. Sie verwirren eher, als dass sie das Verständnis unterstützen.

Da auch dies gefragt wurde, wie ich nämlich den Autismus in Wirklichkeit sehe, betone ich noch einmal, dass ich keineswegs Zimpels Ansichten des Autismus' kritisiere, sondern nur bestimmte Aspekte der Darstellung, bzw. bestimmte Schlussfolgerungen. Ein Urteil über das Störungsbild oder didaktische Schlussfolgerungen aus diesem kann ich mir derzeit noch nicht erlauben.
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