08.03.2015

Montessori und die Technologie

Erik Brynjolfsson, Wirtschaftsprofessor am MIT, erklärt in einem Interview:
Die Frage ist nicht, was Technologie mit uns anstellt – sondern was wir mit Technologie anstellen wollen. Einer der wichtigsten Aspekte scheint mir die Neuerfindung des Bildungssystems zu sein. Es muss darauf ausgelegt werden, Kreativität und Sozialkompetenz zu fördern. Es ist bestimmt kein Zufall, dass Microsoft-Gründer Bill Gates, Amazon-Gründer Jeff Bezos, Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg oder die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin alle eine Montessori-Schule besucht haben.
Maschinen sind sehr gut in strukturierter Problemlösung – man muss ihnen nur die richtigen Schritte beibringen. Bei unstrukturierten Problemen haben sie allerdings Mühe. Pablo Picasso sagte: «Computer sind nutzlos. Sie können nur Antworten geben.» Und er hatte recht. Natürlich sind Antworten nützlich, aber heute ist es wichtiger, die richtigen Fragen zu stellen. Die Montessori-Methode ermutigt die Kinder, spielerisch zu erkunden, was wichtig ist und was nicht – auf eine Art, wie es Maschinen nicht können. Solche kreativen Problemlöser brauchen wir künftig.
Und er fügt hinzu:
Im 20. Jahrhundert haben wir uns den Vorsprung erkauft, indem wir mehr in Bildung investiert ­haben. Aber das reicht nicht mehr. Wir werden auch in diesem Jahrhundert mehr investieren müssen. Wichtiger ist aber, das System zu reformieren. Solange wir das nicht fertigbringen, ist ­jeder zusätzliche Dollar umsonst.
Ingeborg Waldschmidt schreibt in ihrer Monographie zu Maria Montessori:
Die den deutschen Montessori-Einrichtungen gemachten Auflagen und die bestehenden gesetzlichen Regelungen führen häufig zu halbherzigen Kompromisslösungen. International sieht es mit den Realisierungschancen der Montessori-Pädagogik größtenteils besser aus.
Waldschmidt, Ingeborg: Maria Montessori. Leben und Werk. S. 92 
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