07.04.2008

"Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen!"

Dies war die Antwort, die eine Bürgerin vom Vertreter des Bürgermeisters in Rudolstadt erhielt, als sie erzählte, sie sei angespuckt worden.
Miriam Neuschäfer ist Halbinderin. Zusammen mit ihrem Mann war sie nach Rudolstadt gezogen, weil er dort ein Pfarramt erhalten hatte. Die Anfeindungen haben sich auf die Frau und die Kinder erstreckt; auch den Kindern sah/sieht man wohl den indischen Einschlag an. Seit einem halben Jahr wohnt die Familie wieder in ihrer ursprünglichen Heimat.
Erschreckend ist, dass nicht nur die Beschwerden durch den Vertreter des Bürgermeisters abgewiegelt worden sind, sondern zum Beispiel auch in der Schule. Man fragt sich ja immer, wie lange jemand braucht, bevor er mit seinen Problemen ernst genommen wird. Dass eine erwachsene Frau sich so etwas nicht ausdenkt, dass es Zeugen gab, all das scheint nicht zu zählen.
Dabei hatte Rudolstadt Erfahrungen damit, dass rassistisches Verhalten den Ruf der Stadt schädigt. Und dass es Rassismus in Rudolstadt gibt. Stattdessen wird Frau Neuschäfer unterstellt, sie habe sich das ausgedacht, und in einem Atemzug beweist sich der Vertreter des Bürgermeisters auch noch seinen besten Willen.
Wer sich den ganzen Artikel durchlesen will, findet ihn HIER.

Der Familie wünsche ich viel Glück.
Und dem Mann, der jetzt zum ersten Mal nach Veröffentlichen der Anschuldigungen wieder in Rudolstadt ist, gute Nerven und bessere Erfahrungen.

Nachtrag:
Aufgrund eines anonymen Hinweises musste ich einige Namen und Titel ändern. Das war natürlich richtig. Nicht ändern aber werde ich den Rest des - so der anonyme Nachrichtenschreiber - "populistischen Mists".
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