17.10.2007

Hans Leyendecker zu Weblogs

Ich sehe sehr viel vorurteilsbewusste Leute, die im Internet schreiben. Leute, die zum Teil antidemokratisch sind. Was ich verfolge im Internet, ist nicht, dass es eine neue Stimme gibt, die wichtig ist für eine gesellschaftliche Diskussion, sondern es gibt eine unglaubliche Vorverachtung gegenüber jedermann. Ich hab das Gefühl, dass im Internet ganz viele Menschen schreiben, weil sie irgendwas mal rauslassen können, was man sonst nicht mehr am Stammtisch rauslassen kann. Unqualifiziert, zum Teil. Ich hatte gedacht, dass durch das Internet und durch die Blogs auch eine Sicht reinkommt (die gibt’s auch mitunter, das muss man auch sagen … ) Aber der Grossteil der Sachen, die ich lese, ist böse, ist zynisch, ist verachtend, ist gegen jedermann. Und das ist eigentlich nicht die Vorstellung, wie man einen gesellschaftlichen Diskurs zu führen hat. Nun wird man abwarten müssen, ob es beispielsweise Blogs gibt, die die Situation in der Stadt oder so beschreiben. Dass man das, was die Zeitungen nicht leisten können, was der Rundfunk nicht leisten kann, ob man das da hinbekommt. Das gibt’s in Amerika ja, solche Geschichten, das Menschen sich da auch wiederfinden. Nur ich find, in Deutschland (das was ich jedenfalls sehen kann) ist eine unglaubliche antidemokratische, antiparlamentarische Form, die eigentlich von der Vorverachtung lebt. (gefunden bei: medienlese)

Ich bekenne mich hier schuldig, vorurteilsbewusst über zum Beispiel Eva Herman zu schreiben.
Ich mag diese Frau nicht. Ich dachte, ich müsse nach meinem letzten Eintrag zu ihr eine etwas bessere Gegendarstellung schreiben - tatsächlich finde ich zahlreiche Gegenpositionen genauso unkritisch oder schwierig -, aber irgendwie interessiert es mich nicht und irgendwie tut es auch gut, einfach mal doof seine Meinung herauszuposaunen, sei diese auch noch so unqualifiziert.
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