21.09.2008

Das Apfelmännlein

Es war einmal, vor langer, langer Zeit, ein verwunschenes Reich, über das der Kohl herrschte, der König Kohl. Viele waren gegen ihn und andere wählten ihn nur heimlich, aber mit fiebernder Hand und brechenden Augen. Doch in dieses verwunschene Reich kam ein seltsames Gerät. Es tauchte zugleich mit König Kohl auf und manch einer glaubte, er habe es mitgebracht, um die nutzlose Jugend zu verderben. Doch nie hätte König Kohl sich so etwas ausdenken können. Schon der Name des Gerätes war unheimlich und doch auch lustversprechend. Es nannte sich C64 und es schwärmte aus, sobald es aufgetaucht war und ließ keine Ruhe, bis es auch noch den letzten drögen Jugendlichen die Ohren vollgesummt hatte. Einige dieser Jugendlichen aber begannen sich zu verändern. Sie sagten weder Ja noch Nein zu König Kohl, sondern fanden einen neuen Götzen. Und so sehr der König auch die französischen Schriften douanierte, gegen die Traktate des Mandelbrot hatte er keine Chance. Und so kam es, wie es kommen musste. Die Jugendlichen begannen Apfelmännlein auf ihren C64 zu berechnen. Zuerst waren diese noch grün, wie es sich dem edlen Monitor des C64 geziemte. Aber schon bald kam man zu farbfreudigeren Ergebnissen.

Und heute? Heute habe ich, also so ziemlich genau an dem heutigen Tage, mit Java ein kleines Programm geschrieben, mit dem sich Apfelmännchen berechnen lassen. Im Gegensatz zu den alten C64-Programmen ist dieses sehr komfortabel. Es besitzt ein Grafikfeld, in dem man mit dem Cursor scrollen und zoomen kann. Zudem kann man über zwei Schieber die Berechnungstiefe einstellen und aus einer Liste eine Farbpalette auswählen. Insgesamt ist also das ganze Programm wesentlich einfacher zu bedienen als beim ollen C64.
Im übrigen war die kniffeligste Aufgabe, das Scrollen und Zoomen gut zu berechnen und das alles ohne Scrollbar hinzubekommen.
Faszinierend ist dabei übrigens auch, wie langsam der Computer werden kann, wenn man eine große Berechnungstiefe einstellt und dazu ein großes Bild vom Apfelmännchen haben möchte. Es kommt zu einem leichten Flackern beim Erstellen. Vermutlich grinst hier Mathias, mein älterer Bruder. Denn Java ist langsam, vor allem, wenn man dazu noch NetBeans benutzt, das ja die Programme angeblich mit einer Unmenge an sinnlosem Code vollhauen soll (wobei ich das noch nicht gemerkt habe). Und wahrscheinlich programmiert Mathias solch ein hübsches Programm nicht nur in der Hälfte der Zeit, sondern auch noch mit C++ und hat da nicht ein einziges Flackern oder Zittern, egal, wie tief er auch rechnet.
Wie dem auch sei: Ich jedenfalls bin sehr stolz auf mich, dass ich nach nur einem Tag Arbeit und einer erst vierwöchigen Beschäftigung mit Java nun zu so einem Ergebnis gekommen bin. Es ist nur eine hübsche Spielerei, ich weiß. Aber auf solche Sachen lässt sich ja gut aufbauen. Noch ein paar Programme und Übungen mehr und ich kann 1. wieder gut mit der objektorientierten Programmierung umgehen, 2. gut grafische Oberflächen gestalten und diese mit Funktionen ausstatten, 3. mich dann endlich auch an meinen eigenen Zettelkasten machen.
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