06.04.2015

Aberglaube, Nachahmung

Der Aberglaube überwintert in unseren Begriffen.
So schreibt Joachim Schulte auf Seite 53 in Chor und Gesetz.

Statt mich in Urlaub zu begeben war ich am Samstag shoppen. Ich habe einen Atlas zur Weltgeschichte erstanden, der hoffentlich meine Schüler interessieren wird. Außerdem habe ich, auf einem Ramschtisch, die Chroniken der Unterwelt, alle drei Bücher, von Cassandra Clare gekauft. Im selben Laden gab es ein tolles Mikroskop samt Zubehör und eine kleine Trickfilmwerkstatt. All das habe ich mitgehen lassen. Für noch nicht einmal 100 €.

Fast fertig gelesen habe ich mittlerweile das Buch von André Zimpel Einander helfen. Nein, nur gelesen, sondern auch in gewisser Weise gründlich durchkommentiert habe ich es. Zum einen konnte ich daran noch einmal die Beziehung zwischen den beiden Arten des Problemlösens (Mittel-Ziel-Analyse, Analogiebildung) und den Unterschieden zwischen naturwissenschaftlicher und ethisch-politischer Argumentation durcharbeiten, zum anderen das Verhältnis von Inklusion, Hegemonie, Konflikt und Willensbildung.
Meine Kritik an dem Buch vermehrt sich, verfeinert sich aber auch; und wenn ich hier von Kritik spreche, dann ist damit durchaus mitgedacht, dass sich eine Kritik irgendwann umwendet und den Kritiker zur Einsicht nötigt.

Angefangen zu lesen habe ich auch Kulturen der Empathie von Fritz Breithaupt. Alleine die Kernthese, bzw. vielmehr das Überdenken der Kernthese macht dieses Buch fruchtbar. Breithaupt geht davon aus, dass nicht die Ähnlichkeit zur Empathie führe, sondern die Überschätzung der Ähnlichkeit. Weiter untersucht er Mechanismen, wie diese Überschätzung kanalisiert, begrenzt und blockiert wird.
Dies alles steht bereits auf Seite 15. Und hab mich zum Beispiel auf Gabriel Tarde Die Gesetze der Nachahmung gebracht, aber eben auch auf das Buch von Zimpel, bei dem sowohl Nachahmungslernen als auch Emulationslernen Bedingungen der Inklusion diskutiert werden.

Ein wenig habe ich mich auch wieder an Schopenhauer Die Welt als Wille und Vorstellung I versucht. Dies wollte ich sowieso in diesem Jahr lesen. Doch auch hier bin ich noch nicht sonderlich weit gekommen. Schon auf der ersten Seite musste ich einen längeren Umweg über Lacan nehmen. Und dann hatte ich eigentlich keine Zeit mehr, um weiterzulesen.

Den neuen Rahmenlehrpläne, die LRS-Überprüfung, Fördermaterialien. Heute Nachmittag war ich (seit Jahren mal wieder) beim Inder Lamm essen. Das Restaurant war etwas klinisch, aber das Gericht sehr lecker.
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