13.01.2013

Stamm: Agnes; und einiges mehr an Literatur

Es ist Mitte Januar und ich habe noch kein einziges Buch eines Kindle-Autoren gelesen in diesem Monat. Dafür habe ich mir einiges an "klassischer" Literatur verordnet. Allerdings bin ich gerade etwas träge. Ein Virus-Infekt hat mich seit Wochen mehr oder weniger niedergestreckt und mich schlafenderweise ans Leben assimiliert. Doof.
Ich lese: Sekundärliteratur zum Homo Faber. Dummerweise kommt man an die wirkliche Sekundärliteratur nur schwer heran. Vieles (aus dem Grin-Verlag vorwiegend) scheinen Seminar-Arbeiten zu sein, die meist (leider) recht belanglos sind. Außerdem sehr teuer. Und auch auf die Gefahr hin, etwas zu verpassen, leiste ich mir die nicht.

Ich lese: Agnes von Peter Stamm. Manche Schüler sind von dem Buch genervt. Gehaltlos, schrieb jemand. Ich mag dieses Buch. Stamm schreibt einfache Sätze, aber es sind keine dummen Sätze. Zur Geschichte selbst kann ich noch nichts sagen, da ich erst die Hälfte gelesen habe. Aber ich werde heute wohl noch fertig, erlaube mir aber ein wenig Nachdenken darüber, bevor ich mir ein Urteil bilde.
Jedenfalls ist der Stamm, im Gegensatz zum Frisch, sehr reduziert. Frischs wilde Anspielungen, die eine ständige Bedeutsamkeit suggerieren, werden von Stamm ganz unterlassen. Ab und zu taucht mal eine Art Hinweis auf, aber ansonsten erzählt er einfach eine etwas befremdliche Liebesgeschichte. Nein, ein wirklich großes Buch ist das nicht, aber ein schönes.

Gesetzestexte der Berliner Schulbehörde lese ich. Für den Lehrgang.

Jelinek habe ich gelesen (Prinzessinnendramen), Handke (Die drei Versuche).

Viele Nachrichten habe ich gelesen. Und mich immer wieder geärgert. Wen setzen die dort eigentlich hin, um sich Nachrichten und Artikel schreiben zu lassen? Stilistisch ist das manchmal so gruselig, dass schon alleine aus diesem Grund die Artikel nicht attraktiv sind. Und die Information selbst ist so dünn, teilweise offensichtlich zweifelhaft, dass einem ziemlich die Lust vergeht.

Nein, es tut mal ganz gut, die Kindle-Autoren beiseite zu lassen und sich wieder auf die Klassiker zu stürzen. Sonst gerät einem aus dem Blick, dass Literatur noch etwas anderes kann als mehr oder weniger zusammengeklitscherte Krimis, Vampire und unlustige Frauen-Spaß-Literatur.
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