05.11.2011

Weiterhin seltsame Sätze

Ich bin gerade fleißig dabei, den neuen, gemeinschaftlichen Blog zu bewerben. Und natürlich schaue ich mich ein wenig bei der Konkurrenz um. Gerade habe ich mich, wegen Robert, mit den "schwulen" E-Books auf Amazon beschäftigt. Dabei finde ich folgenden Satz (von Inka Loreen Minden):
Die Hitze seines Körpers schien seinen Rücken zu versengen.
Warum nur den Rücken? fragt man sich. Der nächste Satz ist stilistisch auch etwas seltsam.
Sein Herz pochte schon wieder schneller und ein köstliches Ziehen in seinen Lenden erinnerte ihn an heute Nacht.
Das Wort "heute" liest sich wie eine fehlende Abstraktion auf die Leserführung. Es müsste korrekt "letzte Nacht" heißen. Insgesamt bleibt Minden abstrakt. Zwei Sätze später schreibt sie:
Da Naska breitbeinig auf dem Pferd saß, war sein Lendenschurz nach oben gerutscht. Auf der Innenseite seiner Schenkel waren zarte Abdrücke zu erkennen.
Was für "zarte Abdrücke" das sind, lässt die Autorin offen. Nun ist es zwar notwendig, in einer Geschichte über Andeutungen Rätsel aufzubauen, doch müssen diese "ordentlich" in der Wirklichkeit verankert werden. Das heißt vor allen Dingen, dass eine Geschichte zu 95% aus konkreten Objekten und nur zu 5% aus schwammigen Begriffen, Zweideutigkeiten bestehen darf und nicht umgekehrt.

Robert dagegen schreibt mir fast zu konkret. Manchmal erinnert sein Schreibstil eher an ein Ablichten von sinnlichen Wahrnehmungen. Ich finde allerdings faszinierend, wie daraus trotzdem ein Bild der Menschen entsteht, die er schildert. Gestern abend habe ich einen unveröffentlichten Kurzroman von ihm gelesen, den ich spannend fand. Und besser als seine Kurzgeschichten.
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