17.04.2016

Ein seltsamer Nachmittag

Ein seltsamer Nachmittag war das. Und mal wieder stellt sich bei mir das Gefühl ein, dass ich gleichzeitig viel und viel zu wenig getan habe.

Jan Böhmermann und die Satire

Klar: zu Jan Böhmermann musste ich einiges lesen. Ich habe in letzter Zeit nicht mehr allzu viel politische Artikel kommentiert, aber zumindest fiel es mir heute leicht, einen genaueren Blick in bestimmte Gebiete zu werfen. Neben der Semiotik der Satire, zu dem ich meinen letzten Post veröffentlicht habe, habe ich mir mal wieder das Grundgesetz und seine Kommentierung vorgenommen.
Irgendjemand hat, recht altklug, getwittert, plötzlich fühle sich jeder in Deutschland als Verfassungsrichter. Ganz so hoch würde ich das bei mir nicht einschätzen; und ich bezweifle, dass die meisten anderen Menschen das tun würden. Aber in einem gebe ich Xavier Naidoo recht: das Grundgesetz sollte man dicht an seinem Herzen tragen. Und, wo wir gerade dabei sind, und in dem vollen Wissen, dass ich kein religiöser Mensch bin, die Bibel, möglichst die Luther-Übersetzung.
Ich war also fleißig, fleißig wie schon lange nicht mehr, auch wenn ihr vieles nicht veröffentlicht sehen werdet. Erdogan hat mich beschäftigt, die Befreiung von Palmyra, das geplante Verbot „sexistischer“ Werbung und, im Gegenzug dazu, der Sexismus gegen Männer. Und wo wir gerade bei Sexismus sind, so hatte ich gestern ein interessantes Telefonat mit einer nahestehenden Frau, die das jugendliche Kokettieren eines Mädchens für bezaubernd hielt.

Mathematikdidaktik

So penibel bin ich schon lange nicht mehr gewesen. Jede gute Unterrichtseinheit beginnt mit einer Sachanalyse. Theoretisch gesehen. In der Praxis macht das natürlich niemand, vielleicht in den höheren Klassen. Was man in der Grundschule zu unterrichten hat, erscheint denkbar einfach: die Minuten und Stunden auf der Uhr, zum Beispiel.
Dummerweise ist es dann doch nicht ganz so einfach, denn wenn man sich tatsächlich an eine Sachanalyse macht, hat man es ja nicht mit dem Wissen von Grundschüler zu tun, sondern mit dem Wissen, aus dem man das zu vermittelnde Wissen für Grundschüler herausarbeitet. Und ich erinnere mich nur herzlich gerne daran, dass ich eine Einführungsstunde zu dem Buchstaben P gehalten habe, und bei der Sachanalyse ewige Zeit daran gesessen habe zu erklären, wie dieser Laut durch die besondere Mundstellung gesprochen werden kann.
Nun gut, ich habe es mir auch etwas schwerer gemacht, als man dies normalerweise tut: ich wollte meine Fantasie darin schärfen, was beim Erlernen der Uhrzeit alles so falsch gehen kann. Meine Arbeit war zum Teil also recht spekulativ.

Videos für Programmiersprachen

Dann hatte ich noch vor, weitere Videos zu drehen. Das habe ich aber sein gelassen: ich hatte einfach keine Zeit. Auch die, die ich bisher schon hergestellt habe, habe ich nicht hochgeladen. Ein bisschen Luft möchte ich mir schon lassen, und eine Erfahrung von meinem Blog ist, dass eine zu rasche Veröffentlichung nicht hilfreich ist. Die nachfolgenden Videos verdecken die davor veröffentlichten.
Gut: auf YouTube ist das etwas anders. Über die Playlist kann man das Interesse der Zuschauer in eine gute Reihenfolge bringen. Aber gerade der HTML-Kurs zeigt mir, dass ich es hier, anders als bei Python, mit einer starken Konkurrenz zu tun habe. Meine Videos werden nicht gefunden.
Eigentlich wusste ich das schon vorher. Und da es ganz hervorragende Tutorials gibt, wollte ich eigentlich auch gar keine Filme drehen. Zwei Sachen haben mich allerdings umgestimmt: zum einen habe ich gemerkt, wie oberflächlich mein Wissen über das Internet ist und mich deshalb einer radikalen Umorientierung, weg von der grafischen Darstellung innerhalb von Anwendungen (also Spielen) hin zu dem Austausch über das World Wide Web, unterzogen.
Hintergrund ist auch, dass ich eigentlich ein Tutorials über die Programmierung mit Python und dem Modul Django drehen wollte, und mir dabei eben mein mangelndes Wissen aufgefallen ist. Obwohl mir HTML und CSS leicht fallen.
Der andere Grund, warum es jetzt gerade ein Kurs zu HTML und CSS sein muss, waren natürlich meine Schüler. Die haben mich mit bestimmten Fragen durchlöchert, auch zur Programmierung von Websites. Und wenn man dann so gebauchpinselt wird, kann man auch nicht Nein sagen; jedenfalls mir fällt das schwer.

Mein Zettelkasten

Lange Zeit war mein Zettelkasten das Herzstück meiner Arbeit. Der eine oder andere mag sich noch daran erinnern, dass ich darüber geklagt habe, wie sehr ich mit dem Einpflegen meiner Kommentare in den Zettelkasten hinterherhinke. Mittlerweile aber lichtet sich das Problem. Sehr sporadisch, aber doch mit einer gewissen Regelmäßigkeit habe ich es jetzt geschafft, fast meine gesamten Blog zu übertragen. Die letzten vier Artikel fehlen mir noch. Dies wollte ich schaffen, bevor ich meine Notizen zu Hannah Arendt übertrage. Sicherlich noch die über Nietzsche, obwohl ich mit dieser neuen Auseinandersetzung gerade erst begonnen habe. Aber da verpflichte ich mich auf mehr Mut zur Redundanz. Und wenn ich damit halbwegs fertig bin, dann wäre mal wieder eine Arbeit mit meinem Zettelkasten, ein Durchkommentieren eine eigenen Notizen, ein Ordnen und Neuschreiben angesagt.
Bücher muss ich mir jedenfalls gerade keine kaufen. Diese Arbeit habe ich noch die nächsten zwei, drei Jahre zu tun. Dann könnte ich schon langsam über meine Rente nachdenken.

Backen

In letzter Zeit backe ich wieder recht viel. Vor allem Brötchen. Gelegentlich muffelt meine Küche vom Sauerteig. Aber das ist in Ordnung, solange das Ergebnis schmeckt.

Ordnen

Und wo wir gerade beim Ordnen sind: auch meine ganzen Notizen zu meinen Schülern und zu den geplanten Unterrichtseinheiten müsste ich ordnen. Am Freitag hatte ich ein Gespräch mit meiner Rektorin, und da ist mir noch einmal ganz schmerzhaft bewusst geworden, dass ich zwar viele Sachen tief durchdenke, dass mir aber die Ordnung fehlt, um damit etwas Strukturiertes anzufangen. Ich habe mich also diszipliniert, und habe meine ganzen Aufzeichnungen durchgesehen, in Reihenfolgen gebracht, Sachen ausgeklammert, andere ausgearbeitet, usw.
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