04.02.2013

Die politische Meinung outgesourced

Steinbrück schreibt nicht, Steinbrück lässt schreiben - und bekommt erneut die Häme der Internet-Gemeinde ab. Wie Netzpolitik.org schreibt, wird Steinbrücks neuer Blog zum Wahlkampf mit einem sechsstelligen Betrag finanziert. Im Vergleich: für meinen Blog musste ich in den acht Jahren nie einen Cent bezahlen. Allerdings habe ich auch keine Autoren, die mir meine Meinung nachplappern/vorschreiben (?).
Schon das ist peinlich genug. Man sollte doch von einem Kanzlerkandidaten ein wenig eigenen Text verlangen dürfen, zumindest eine gewisse Beteiligung. Stattdessen werden Journalisten angestellt, die diesen mit, na, man muss schon sagen, teilweise ziemlichen Gesuddel vollstellen. Siehe zum Beispiel: Angela Merkel scheut Duell mit Peer Steinbrück. Siehe zum Beispiel den Satz: "Dass Angela Merkel schon acht Monate vor dem Wahltermin ihre ganze Hilflosigkeit in der Verweigerung offenbart, zeugt von der Angst vor der Persönlichkeit ihres Kontrahenten." Ich glaube einfach, dass Merkel ihr Kontrahent zu blöde ist, selbst ihr zu blöde.
Steinbrücks Persönlichkeit haben wir deutlich genug kennen gelernt: es ist von Geld motiviert, einen wirklichen Blick, ein Interesse an dem "kleinen Menschen" scheint er deshalb nicht zu haben, auch weil er wohl wenig Bekanntschaft mit den "kleinen Menschen" hat und wenig Erfahrung. Ein Toskana-SPDler, wie er im Buche steht.
Ich möchte ja gerne einen Machtwechsel. Aber so langsam frage ich mich, ob Merkel nicht das kleinere Übel ist.

Ich werde übrigens die LINKEN wählen, nicht, weil ich sie für regierungsfähig halte, aber für oppositionswürdig. Gysi hat vor 15 Jahren, vor der Einführung des Euro, auf all die Probleme hingewiesen, von denen unsere etablierten Parteien heute gerade erst Kenntnis bekommen. Zum Beispiel auf das Problem der fehlenden politischen Strukturierung des europäischen Binnenmarktes.
Ich möchte diese starke Opposition haben.

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