23.02.2011

mein Herz, mein Zimmer, mein Name

So der Titel eines Romans von Friederike Mayröcker. Im Tagesspiegel las man vor fünf Tagen: Mein Schloss, mein Titel, meine Doktorarbeit.
Und bei Friederike Mayröcker kann man auch folgendes lesen:

die im Kosmos der Sprache wildernde Muse trägt auf der Vorderseite einen roten Stempel (mit Kanüle von Auge zu Brust)  : Kennzeichen für räuberisches Verhalten, räuberische Leseweise / Lektüre. Sie vollzieht das Wandern durch ein Motiv nämlich ein unablässiges RUPFEN in fremden Gärten / Gefilden, was ihre Leidenschaft ist, und ihre Disziplin. Alles kann Beute sein, Briefe, Schriften, Telefongespräche, Selbstzitate - sie schreibt ab von wahlverwandten Dichtern, medizinischen Fachbüchern, Enzyklopädien, briefschreibenden Freunden. Sie schaut ab, sie kopiert, sie exzerpiert, sie übermalt, das Auge funktioniert als automatischer Modifikator :
Mayröcker, Friederike: Magische Blätter. Frankfurt am Main 2001, Seite 355
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