23.02.2011

Geschlechtslose Vagina

Noch eine kleine Anmerkung zu Vampirfilmen aus meinem Zettelkasten.
Biss in den Hals: das Erzeugen einer geschlechtslosen Vagina
Vagina dentata (als Gegenbild)

In der Psychoanalyse spielt die Vagina dentata, die bissige und verschlingende Vagina, eine wichtige Rolle, zumindest bei manchen Psychoanalytikern. So gibt es eine Szene aus John Carpenters "Das Ding", in der sich der Bauch eines Menschen öffnet, riesige Zähne zum Vorschein kommen und einem Doktor die Hand abbeißen. In einem Buch über Carpenter, interpretiert mit der Theorie von Julia Kristeva, wird diese Szene als "Angst vor der bissigen Vagina" kommentiert und zugleich auf den psychotischen Polymorphismus des "Dings" hingewiesen.
Es ist nur konsequent, dass diese statuenhaften Gestalten, die in Twilight herumstehen, nur noch mögliche, das heißt jungfräuliche Geschlechtsorgane kennen, die zudem geschlechtslos sind. Zwar sind die Statuen mit allen möglichen Attributen bürgerlicher Geschlechtlichkeit ausgestattet, zwar besitzen zumindest einige der Statuen "düstere Eigenschaften", aber insgesamt geht es weniger um einen Vorgang, als um eine Statik, um ein fixiertes Bild.
Bella ist ein zwitterhafte Wesen, nicht im geschlechtlichen Sinne, sondern weil sie von mehreren Personen nicht mehr richtig besessen wird: Sie gehört weder zu Mutter, noch zum Vater, noch zu Edward, noch zu Jacob. Sie ist ein mehrfaches Objekt a (im Sinne Lacans).



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