06.08.2007

Ritalin

Tja, großes Thema.
Heute lese ich bei WELT - ONLINE, dass Ritalin das Gehirn schädige. Wissenschaftler hätten festgestellt, dass ... Moment mal Kinder? Ist Ritalin nicht ein Psychopharmaka? Ja, das ist es allerdings. Weiß man von Psychopharmaka nicht seit vielen Jahren, dass sie das Gehirn verändern? Doch, wohl gesprochen Herr Weitz. Und ihr, ihr lieben Wissenschaftler, wollt mir jetzt erzählen, ihr habet gerade im Moment, sozusagen als neuesten Skandal, herausgefunden, Ritalin sei nicht nur bewusstseinsverändernd, sondern auch hirnumbildend? Ja, so ... Ist das denn nicht Sinn und Zweck der ganzen Bemühungen: die Kinder umzustrukturieren? Schon, aber ... Na, also!
Und ganz im Ernst: Dass Ritalin das Gehirn verändert, weiß man seit Jahren. Ja, man weiß auch seit Jahren, dass die Spätfolgen von langer Ritalin-Einnahme depressive Phasen oder schwere Depressionen sein können. Nichts von der Nachricht bei Welt-online ist neu. Aber zumindest ist es gut, dass dieses Thema mal wieder auf den Tisch kommt. - Falls der Lehrer ihres Kindes mal wieder nach Ritalin und psychiatrischer Betreuung schreit, oder sogar Sie selbst!
Wer sich gut und ernst über dieses Thema informieren will, dem seien Manfred Döpfner, Stephanie Schürmann und Jan Frölich empfohlen. 1998 haben die drei Autoren ein umfassendes Manual zum ADHS vorgelegt, oder, wie es hier heißt, für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten. Darin kann man alles nachlesen, was die Welt-online heute als neuestes Forschungsergebnis vorstellt. Mit einem Blick bei Amazon sehe ich gerade, dass dieses Buch neu, und wohl multimedial aufgelegt wurde: Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten THOP, m. CD-ROM; erschienen im Beltz Psychologie Verlags Union.
Wie immer kommt zum Schluss die Bitte: kauft eure Bücher bei eurem Buchhändler.
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