19.03.2017

Guter Ratschlag zur politischen Situation

Statt sich in Bereichen mit verfallender Überzeugungskraft kontrafaktisch-normierend zu bewegen, dürfte es den Vorzug verdienen, die Differenz zu formulieren. Dies kann nicht mit einer bloßen Kritik der alteuropäischen Begriffsbildungen oder Analogieschlüsse geschehen. Das führt nur zur Abstraktion von Residuen der Tradition, die ihrerseits dann >nonkonformistisch< vertreten werden müssen. So endet man schließlich in einer fragwürdigen Polemik gegen >Konformismus< - nur um Konformität mit >Nonkonformismus< zu erwarten. In dieser Situation bietet sich der Versuch an, von hoffnungslosen zu unwahrscheinlichen Konzeptualisierungen überzugehen.
Luhmann, Niklas: Soziale Systeme. Frankfurt am Main 1988, S. 288
Hervorhebung von mir
Ich habe vorhin eine Liste mit Begriffen angelegt, die sich derzeit als Streitbegriffe renommieren. ›Konformistisch‹ war einer davon, und deshalb hier der hübsche Fund (der auch gegen Habermas gerichtet ist).
Allerdings funktioniert Luhmann's Idee nur, wenn sich die funktionale Differenzierung breitflächig durchsetzt. Im Moment erleben wir nicht nur eine Rückkehr alteuropäischer Semantiken (gemeint sind Begriffsbildungen der Aufklärung und der Renaissance), sondern gelegentlich sogar eine von mittelalterlichen (Patristik und Scholastik); aber es mutet seltsam an, wie sich diese Phänomene zwischen den ganz modernen, dem Internet und der Virtualisierung, ausnehmen.
Zwischendurch habe ich fleißig weiterprogrammiert; derzeit in der Anwendung von UML, ich sagte es bereits. Zudem habe ich einige weitere Befehle ausprobiert, aus der Basisbibliothek von Python.
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