03.12.2009

Hohle Nuss

Derzeit scheint man wieder mal eine Nuss geknackt zu haben, deren Inhalt überaus hohl ist. Welche Nuss ich meine? Keine Angst. Es geht nicht um Paranüsse, Kokosnüsse oder andere Exoten. Es geht um eine Frau, genauer gesagt, um DIE Frau, nämlich unsere neue Familienministerin Kristina Köhler. Frau Köhler äußerte sich allerdings dahingehend, dass sie Karriere und Kinder unter einen Hut bringen wolle, ohne Feministin zu sein.
Heilige Einfalt, muss man da sagen, und das von einer Frau, die angeblich promovierte Soziologin ist. Was eine Feministin ist, ist doch keinesfalls klar, und, folgt man modernen Attributionstheorien, eine Aushandlungssache. Tatsächlich aber wird man nicht Feministin, indem man sich selbst als solche deklariert. Ich kenne da welche, die sind eigentlich keine Feministinnen, sondern nur doof: wie einige Frauen ihr Wohnzimmer mit Makramee-Kerzenhaltern dekorieren, dekorieren sich eben andere Frauen mit hübschen Titeln. Gut, das war jetzt ein Schlenker. Andersherum. Man kann hundertmal sagen, man sei keine Feministin, ohne damit irgendetwas zu besagen. Feminismus ist nicht das, was man denkt. (Hier verweise ich auf Derrida, der schrieb, Dekonstruktivismus sei nicht das, was man denkt.)
Kristina Köhler sagt ebenso, schwul sein sei keine politische Einstellung, sondern eine private Lebensweise. Noch ein Irrtum. Solange es Schwulenfeindlichkeit gibt, solange Schwule übermäßig missachtet werden und Opfer von Gewalttaten werden, solange ist Schwulsein ein Politikum und die schwule Lebensweise keineswegs privat.
Und was Frau Köhlers Hauptthese angeht, dass es nämlich immer mehr deutschenfeindliche Gewalt gäbe, so empfehle ich ihr vordringlichst, einmal Nietzsche-Bücher zu indexieren. Der sagte nämlich (wie ich schon mehrmals zitiert habe), die Deutschen seien eine beklagenswert déraisonnable Rasse.
Weitere Links zu Frau Köhlers beklagenswertem ideologischen Zustand hält Phantomschmerz bereit.


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