04.03.2018

Leicht gruselig

Während ich so vor mich hin stöbere, derzeit vor allem bei den moderneren Philosophien der Interpretation (Günter Abel, Josef Simon), schaue ich mir gelegentlich die neueren Angebote auf Amazon an. Da gibt es dann so „hübsche“ Bücher wie Schreibdenken. Schreiben als Denk- und Lernwerkzeug nutzen und vermitteln oder Fachtexte. lesen – verstehen – wiedergeben. Nicht, dass ich das nicht schätzen würde. Schließlich muss man das lernen. Aber an der Uni? So etwas müsste die Schule eigentlich vermitteln können.

Praktiken des Verstehens

Das erinnert mich an den einen oder anderen Kunden (und die eine oder andere Kundin), denen ich das freie Kommentieren der Fachtexte nahegelegt habe, und die mich dann noch mehrmals danach gefragt haben, wie sie das denn jetzt machen sollen.
Ich sage es noch mal: ich ergänze Fachartikel und Fachbücher durch Zwischenüberschriften (und rein pragmatisch: ich schreibe die Seitenzahl auf, je eine Zwischenüberschrift markiere ich durch einen Spiegelstrich, und wenn es mehrere Absätze auf einer Seite gibt, dann erscheint die entsprechende Anzahl an Spiegelstrichen und Zwischenüberschriften); ich lege Listen mit wichtigen Begriffen an, ich erarbeite die Definition dieser Begriffe aus dem Text, ich notiere Einfälle – von einzelnen Wörtern bis hin zu längeren Argumentationen (und natürlich alles dazwischen, auch eher unsinnige Sachen), und insofern meine eigenen Kommentare über einen einzelnen Satz hinausgehen, erhalten diese auch eine zusammenfassende Überschrift.
Jedenfalls gruselt es mich, wenn das der Stand ist, mit dem Studierende an die Universität kommen. Über das Wie des freien Schreibens unterhält man sich doch, möchte ich meinen, bereits in der Grundschule.
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