25.02.2018

Wochenendarbeit: Modellieren, Automatisieren

Alle ausgeflogen. Sitze am Computer.

Subtraktionen

Offensichtlich muss man Subtraktionen wesentlich öfter üben als Additionen. In einem meiner Mathematikbücher steht, dass die Automatisierung von Subtraktionen erst gegen Ende der dritten Klasse wirklich abgeschlossen sei. Bis dahin müsse man sie immer wieder gesondert üben.
Deshalb sitze ich zur Zeit auch an einem Crashkurs, der die ganze Sache noch mal vom „Urschleim“ aus betrachtet.
In letzter Zeit habe ich gelegentlich DIN A5-Hefte für meine Schüler*innen erstellt. Parallel dazu habe ich an einem Vorrat aus Formen gearbeitet, die ich für Mathe-Hefte einfach nur noch aufrufen und mit konkreten Aufgaben ausfüllen muss. Auch das klappt alles noch nicht so gut. Insbesondere bei Aufgaben mit Pfeilen viel mit der Maus herumschieben.
Demnächst wird das hoffentlich schneller klappen, sodass sich auch individualisierter Aufgabenstellungen – und natürlich auch das in Form von Heften – erstellen kann.
Erst mal bin ich ganz zufrieden.

Kompetenzbereiche

Parallel dazu kommentiere ich die prozessbezogenen und inhaltsbezogenen mathematischen Standards. Mal wieder, und ich weiß nicht mehr genau, zum wievielten Male. Weiter entdecken, tiefer in die Materie eindringen, didaktisch-methodische Fantasie entwickeln; darum geht es mir.
So wie die Kinder die Rechenoperationen automatisieren müssen, so muss ich die Didaktik und Methodik dahinter so intensiv einüben, dass ich sie automatisiert in die Umwelt hineinsehen und herauslese.

Seine eigene Welt bereichern

Hinter der Automatisierung steckt eine Hypothese, die sich für mich immer wieder bewahrheitet hat: durch Automatisierung wird ein interpretiertes zu einem interpretierenden Muster. Durch die vielfache Einübung neuer Modelle wird die Welt reicher und vielfältiger gesehen.
Nicht ganz, muss man leider sagen, denn man kann sich auch in Muster einüben, die sehr einfältig sind. Man braucht dafür nur genügend Angst und Hass und Unverständnis. Zunächst einmal ist der Rassismus auch nur ein Modell. Es gibt aber Situationen, in denen ein solches Modell alle anderen Modelle plattmachen und Denken wie Wahrnehmung verarmen kann.
Auch die mathematischen Modelle, mit denen ich zur Zeit arbeite, muss ich immer wieder mit anderen Modellen vernetzen, die ich aus früheren Zeiten mit mir herumtrage. Das Rubikon-Modell zum Beispiel, oder das Intelligenz-Strukturmodell. Arbeitet man mit einer solchen Vernetzung, dann wird die Welt tatsächlich interessanter. Gestern habe ich mich dabei erwischt, wie ich während eines Schaufensterbummels Mengen gezählt und mir Rechenoperationen ausgedacht habe. Das geschieht dann wohl automatisch. Und genau das ist Sinn und Zweck der Automatisierung.
Ich fand das lustig. Denn ich hatte mir eigentlich noch eine Auszeit von der Mathematik gönnen wollen.
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