14.12.2014

Was ich so treibe

Eins kann ich euch sagen: Klassenleiter zu sein ist ganz schön anstrengend. Allerdings macht es auch Spaß und ich bin hochmotiviert.

Texte schreiben

Meine Schüler schreiben wöchentlich Texte und sind zum Glück dazu gerne bereit. Viele Texte sind auch wirklich gut, manche sogar so hervorragend, wie man sie von Erwachsenen nicht zu lesen bekommt. Einen Nachteil hat das ganze allerdings schon: ich sitze jedes Wochenende mit 72 Texten am Schreibtisch. Allerdings korrigiere ich diese nicht im üblichen Sinne, sondern schreibe individuelle Empfehlungen und Ermutigungen. Ganz so einfach ist das nicht, da ich die Schüler noch nicht gut kenne.

Klassenbibliothek

Mittlerweile habe ich die Klassenbibliothek um einige meiner Bücher aufgestockt. Die Schüler lesen begeistert. Ich bin ganz fasziniert davon, dass keiner der Schüler Artemis Fowl kennt. Auch die Spiderwick-Saga ist noch nicht bekannt. Diese werden auch fleißig gelesen.
Ich hatte mir Oskar und Rico von Andreas Steinhöfel gekauft. Diese Bücher kenne ich noch nicht. Ich habe noch nicht einmal angefangen zu lesen, da ich mir zuerst zahlreiche Bücher aus der Bibliothek ausgeliehen habe und mir dann auch ein Wettbewerb von der Buchserie Das magische Baumhaus in die Quere gekommen ist. Davon musste ich dann auch erst mal einige Bände lesen.

Visuell präsentieren

Lange ist es her, dass ich mit meinen Zeichenstiften gearbeitet habe. Da aber gleich mehrere Schüler von Comics ziemlich begeistert sind und auch einige echte Künstler darunter zu finden sind, habe ich mir jetzt einige Bücher zum Comiczeichnen gekauft. Eines der Bücher, dass ich noch mal ausführlicher vorstellen werde, behandelt das visuelle Präsentieren. Einen Teil des Wochenendes habe ich also damit verbracht, diese Bücher auszuprobieren. Bei einem Buch musste ich allerdings auch Zensur betreiben: gleich am Anfang befindet sich ein nicht jugendfreies, sexistisches Bild. Dieses habe ich mit einem Edding eingeschwärzt.
Jedenfalls habe ich an die 100 Schmierzettel mit Übungen vollgekritzelt. Das wird mir dann hoffentlich auch bei meinen Tafelzeichnungen zugute kommen.

Willensbildung und Sinnlichkeit

Das ist ein altes Thema von mir. Ich finde es faszinierend, wie sehr manche Menschen auf ihre Sinnlichkeit angewiesen sind und wie wenig sie darüber berichten können; es ist, als würden sie nicht in ihren eigenen Körpern wohnen. Zum Teil fällt das auch bei den Kindern auf. Die Welt und die Gedanken sind dort noch sehr ungeschieden.
Komischerweise habe ich gerade einen Text in Arbeit, der sich mit diesem Problemkreis beschäftigt. Es ist allerdings etwas hochgestochen zu sagen, ich hätte ihn in Arbeit. Dieses Wochenende habe ich ihn noch nicht zur Hand genommen und heute Abend werde ich es auch nicht mehr tun. Es handelt sich um Max Raphael, einem der wichtigsten Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts. In seinem Buch Von Monet zu Picasso stellt er den Willen an den Ursprung des Gestaltungsvermögens und damit vor jegliche Sinnlichkeit. Der Ansatz ist reizvoll, alleine deswegen, weil dies dem interesselosen Anschauen des Immanuel Kant widerspricht.
Aber der Ansatz hat etwas für sich, welche die Möglichkeit aufscheint, dass der Mensch eben kein sinnliches Wesen ist, dem der Wille und alle anderen, sogenannten höheren Bewusstseinsformen aus der Sinnlichkeit erwachsen. Es ist zwar richtig, dass jeglichem Inhalt der Gedanken zunächst ein sinnliches Moment zu Grunde liegt. Doch aus irgendeinem Grund ist diese Sinnlichkeit zugleich ziemlich abstrakt und bleibt abstrakt, wenn sie nicht methodisch und systematisch aufbereitet wird.
(Dazu allerdings später mehr. Ich habe Raphael zwar an diesem Wochenende nicht gelesen, aber in meinen Notizen oftmals erwähnt. Und diese müsste ich nun selbst systematisieren und in eine Ordnung bringen. Probeweise ist dies auch schon geschehen, indem ich einige meiner Gedanken „visualisiert“ habe, also dazu Notizen in grafischer Form erstellt habe.)
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