25.11.2010

Harry Potter und das Modellieren

Weiterhin erscheint mir Modellieren als eine der wichtigsten Fertigkeiten zu sein, die man sich antrainieren kann. Allerdings sehe ich auch hier nur nach und nach durch, wie die verschiedenen Aspekte der Modellierungskompetenz zusammenhängen. Trotzdem: vor allem die Arbeit mit kreativen/wilden Analogien gehört dazu.
Jetzt finde ich in der Morgenpost online ein Interview mit einem kreuzberger Informatiker, der in seiner Firma Teile von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes modelliert hat.
Mathematisches Modellieren, Simulieren und sinnliche Anschauung
Morgenpost Online: Was ist der Kick an Ihrer Arbeit?
Gellinger: Wir sind, neben Regisseur und Kameramann, die einzigen, die definieren, was auf der ganzen Leinwand zu sehen ist. Wir bemalen die Leinwand.
Morgenpost Online: Braucht dieses Berufsbild eher verhinderte Maler oder kreative Programmierer?
Gellinger: Wir brauchen Mitarbeiter mit unglaublichem technischem Wissen – aber es dürfen nicht die sprichwörtlichen Computernerds aus dem Keller sein. Sie müssen ein gutes Auge haben, gern in die Natur gehen, sich anschauen, was der Himmel in der Reflexion im Wasser macht und wie das Sonnenlicht von hinten durch das Laub eines Baumes fällt. Man muss beobachten, recherchieren können – und in der Lage sein, diese Gesetzmäßigkeiten der Natur in mathematische Formeln zu fassen, die sich in eine Software umsetzen lassen. Ein extrem komplexes Berufsbild.
Wir haben hier die ganze Bandbreite an Modellierungskompetenzen innerhalb eines kurzen Abschnitts. Und dies zeigt auch, wie anforderungsreich die moderne Technik geworden ist, die nicht nur verstanden werden muss, sondern auch die Bezüge zwischen Realität und Simulation eng knüpfen muss, damit die special effects wirklich sitzen.


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