22.09.2007

Jürgen vom Scheidt

Momentan lese ich Jürgen vom Scheidts Buch "Kreatives Schreiben - HyperWriting". Ich bin mit vielem, was der Autor schreibt, sehr einverstanden. Auf der einen Seite untermauert es die "Mythen" des kreativen Schreiben. Auf der anderen Seite aber ist vom Scheidt zu sehr Psychoanalytiker, um einfach nur kreatives Schreiben zu predigen: denn dies käme einem Ausagieren gleich, ein zwar wichtiger Schritt in der Psychoanalyse, aber nicht der letzte. Was in der Psychoanalyse Durcharbeiten heißt, ist bei vom Scheidt das Gestalten der Texte. Hier muss die Wendung hin von dem privaten Geschreibsel hin zu einem lesbaren und für den Leser interessanten Text vollzogen werden.
Marc Albrecht vertritt - mit teilweise deutlich anderen Zeichen - eine ähnliche Aufteilung: privat kann man schreiben, wie man lustig ist; wenn man aber veröffentlichen will, muss man auf den Leser zugehen und diesen berücksichtigen.

Abgedichtet

Abgedichtet heißt der Blog eines Berliner Musikwissenschaftlers, der sich hier neulich eingeschlichen hat. Ich habe ihn noch nicht namentlich erwähnt. Hier trage ich es nach. Übrigens ist sein Blog sehr empfehlenswert.

Wochen später

Die letzten Wochen waren mehr als durcheinander - teils aus sehr persönlichen Hintergründen, von denen ich hier nichts erzählen mag, teils weil ich (wieder mal) drei Töpfe gleichzeitig am Kochen habe.
Ich habe viel gelesen - und das ist ja nichts Neues; Luhmann vor allen Dingen (Soziale Systeme) und Foucault (seine Vorlesung "Die Anormalen"). Dann aber auch zwei Heftchen-Romane für media-mania. Der eine ist von Gunter Arentzen - "Yama Onno" - und war der vergnüglichere.
Heftchenromane haben die Länge einer kurzen Novelle. Novellen werden heute kaum noch geschrieben. Und niemand kennt die Kunst, eine gute Novelle zu schreiben, dabei war sie eine lange Zeit eine der wichtigsten literarischen Formen. "Katz und Maus" von Günter Grass ist eine Novelle, und eins seiner schönsten Werke. Walser hat ein ebenso brillantes Werk mit "Ein fliehendes Pferd" vorgelegt. Es ist gerade verfilmt worden und demnächst in den Kinos zu sehen.
Was gibt es noch zu berichten?
Über Konflikte wollte ich etwas schreiben und bin auch dabei. Aber veröffentlichen werde ich es noch nicht.

04.09.2007

Nun ... (Jammern und Konflikte)

Was ich auch mache: gerade finde ich kaum Zeit, irgendetwas fertig zu schreiben. Seit Monaten häufen sich kleine Aufgaben aufeinander, vor allem solche, die sich rund um das Schreiben anordnen.
Nun, Jammern ist ein guter Zustand. Man kann auf all seine großen Projekte hinweisen und muss nichts fertigstellen.
Zumindest habe ich jetzt mal begonnen, die Theorie literarischer Konflikte auszuformulieren. Hintergrund ist die Diskussion bei www.fantasyautoren.de. Ich werde sie noch mal ein wenig glätten und dann hier einstellen. Gerade bei jungen Autoren fällt mir auf, dass sie Konflikte nicht gut ausarbeiten und dann viel an Spannung verschenken. Deshalb ist eine Beschäftigung mit Konflikten auch so wichtig: es klärt, wie man den Leser führen will - und die Leserführung ist ein mindestens ebenso wichtiger Aspekt einer Erzählung wie die einfallsreiche Geschichte. - Wie gesagt: ich muss meinen Entwurf noch ein wenig glätten, dann stelle ich ihn ein.