08.03.2014

Gutmenschenpranger und die Intelligenz des Piranha-Schwarms

Weiter geht es um Lewitscharoff, weiter auch um die Diskussionskultur und wo ihre Grenzen zu sehen sind. Ich gehe gerade die Umwege, die mir am konstruktivsten erscheinen, über die Literatur, bzw. die politische Philosophie. Ein anderer Weg: erstmal dokumentieren, wenn auch nur Bruchstücke aus Auseinandersetzungen.

Missachten

Jemand schrieb auf Facebook:
Ganz schnell totschweigen dieses Weib - nicht auch noch im letzten Winkel durch empörte Kommentare ihre haarsträubenden Aussagen dadurch verbreiten. Aber welcher Journalist kann dies schon - schweigen??
Ich antwortete:
Es geht nicht um Lewitscharoff als Person, sondern als Symbol. Und es geht um Meinungen und Meinungsbildung. Es ist ein Irrglaube, wenn man nur einen Gedanken auf die Privatperson verschwendet. Und aus diesem Grunde lehne ich ja auch alle Kommentare ab, die den Menschen Lewitscharoff niedermachen oder gleich im Kompakt vernichtet sehen wollen.

Schwarmintelligenz der Piranhas

Ein anderer schrieb auf Facebook:
Und wieder was an den Gutmenschen-Pranger gestellt! Die Frau ist zwar wirklich neben sich gewesen, ABER die angebliche Schwarmintelligenz des Internets hat den Charme von Piranhas - ein Opionleader wirft einen Happen Fleisch und die anderen dürfen eiffrig nagen und sich gut fühlen...
Ich schrieb zurück:
Naja, Schwarmintelligenz ist nun auch so ein Schlagwort. Ich bin mit vielem nicht einverstanden, was gegen Lewitscharoff passiert. Aber es kommt eben auch darauf an, was an weiteren Argumenten eingebracht wird. Es ist verharmlosend, wenn man einfach nur sagt, die Frau habe neben sich gestanden. Das mag richtig sein. Aber es geht darum, was für eine Wirkung sie ausübt. Und da ist mir ein deutliches Dagegen wesentlich lieber als ein stillschweigendes Dafür.

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