19.02.2010

Esel

"Die spätrömische Dekadenz bestand darin, dass die Reichen nach ihren Fressgelagen sich in Eselsmilch gebadet haben und der Kaiser Caligula einen Esel zum Konsul ernannt hat. Insofern stimmt Westerwelles Vergleich: Vor 100 Tagen ist ein Esel Bundesaußenminister geworden."
Heiner Geißler
Ich mag ihn einfach.



11.02.2010

Feldforschung

Feldforschung zeichnet sich meist dadurch aus, dass sie völlig nutzlose Daten zusammensammelt. Zum Beispiel diese hier:

»Zugabfahrtzeiten nach Wiltshire, wie es scheint - und, wenn ich das winzige Gekritzel hier richtig lese, das endgültige Ziel: Feldforschung Bradbury«, buchstabierte Mr Goodfellow.
»Was heißt Feldforschung Bradbury?«, fragte Sam.
Einige Sekunden lang herrschte Schweigen. Dann, plötzlich, ein aufgeregter Aufschrei von Mr Goodfellow.
»Natürlich! Getreidekreise, mein Junge!«, rief er. »Du weißt, diese symmetrischen Muster von Kreisen und geraden Linien, die hin und wieder in Getreidefeldern auf der ganzen Welt auftauchen? Zufällig findet sich diese Erscheinung am häufigsten ausgerechnet in dem Teil der Welt, in den unser Professor so überraschend gereist ist! Der Zusammenhang hätte mir sofort klar sein müssen!«
Mills, Judith Christine: Das Geheimnis der verschwundenen Schriftrolle

»Schon, aber was ist mit dir? Kriegst du nicht die Schulbehörde auf den Hals, wenn dich jemand sieht, wie du dich mitten am Tag auf der Ginza herumtreibst und Strichlisten machst?«
»Nö. Ich sag denen einfach, das ist Feldforschung, für ne Hausarbeit in Gemeinschaftskunde. Funktioniert immer.«
Murakami, Haruki: Mr. Aufziehvogel




10.02.2010

Falsche Ente

Und da wir gerade bei der Pädagogik sind. Hans Aebli möchte in seinem Buch Zwölf Grundformen des Lehrens zeigen, wie man den Begriff der Tarnfarbe erarbeitet. Dazu beginnt er den Unterricht mit der Beobachtung, das die männliche und die weibliche Stockente sehr verschieden aussehen. In der folgenden Gesprächsaufzeichnung gehen die Schüler zwar nicht auf den Geschlechtsdimorphismus ein, aber man könnte sich gut vorstellen, dass dieser erste Impuls des Lehrers die Schüler in diese Richtung lenkt. Nun beginnt der Lehrer hier - und Aebli führt das großartig und wohl auch recht unfreiwillig vor - den Schülern jede Antwort zu suggerieren. Im Prinzip löst der Lehrer sein selbst gestelltes Rätsel und die Kinder plappern eifrig nach. Kann auch mal sinnvoll sein, hier nicht.
Was also macht den Kern des Unterrichts aus? Eigentlich der Unterschied sichtbar / nicht sichtbar, bzw. nicht getarnt / getarnt. Der Geschlechtsdimorphismus der Stockente ist dabei zunächst sekundär. Und darauf müsste sich der Lehrerimpuls konzentrieren. Das ginge so vor sich: Zunächst stellt der Lehrer einige Bilder auf oder hängt sie an die Wand. Diese zeigen verschiedene Tiere, die sich tarnen und schlecht zu entdecken sind. Idealerweise werden die Schüler jetzt neugierig. Sie gehen auf die Bilder zu, schreien: Da ist ein Insekt! usw. und schon ist die Aufmerksamkeit da. Dann erarbeiten sich mehrere Schülergruppen einen kurzen Text zu einem jeweiligen Bild, in dem es um Mimikry und Schutz vor Feinden geht. Das stellen die Gruppen kurz vor, wodurch der Zusammenhang des Begriffes deutlich wird. In einem nächsten Schritt kann der Lehrer sagen: "Das hier sind alles Weibchen. Jetzt hänge ich mal die Männchen dazu." Idealerweise sehen alle Männchen gleich aus, bis auf die männliche Stockente. Das fällt den Schülern auf und hier kann der Lehrer die Schüler diskutieren lassen, warum sich das Weibchen bei der Stockente tarnen muss, das Männchen nicht.
Aebli beginnt seinen Unterricht mit einer nebensächlichen Differenz, der zwischen Männchen und Weibchen. Die hauptsächliche Differenz, die Abstraktion, auf die dieser Unterricht hinzielt, ist allerdings die Differenz zwischen Färbung des Tieres und Färbung der Umgebung. Damit hat der Unterricht zu beginnen, um dies als zentrales Problem zu verankern.

Problemorientierung im Grammatikunterricht

Problemorientierung gilt in der Pädagogik derzeit als besonders modisch. Als Problem kann ich jedoch nur das sehen, was für mich als Problem gilt (wenn man dem Konstruktivismus folgt). Ich kann es, als Lehrer, nicht für die Schüler definieren. Ich kann sie lediglich dazu anleiten, ihre eigenen Probleme als wichtige Bestandteile ihres bewussten Lebens zu schätzen.
Statt von Problemorientierung möchte ich deshalb von einer Rätselorientierung sprechen. Im Rätsel kann ich zugleich Umstände aufgreifen, von denen ich glaube, dass der Schüler damit Probleme hat und ihn hier zu einer Lösung führen.

Folgendes sollten meine Schüler (6.-8. Klasse) am Montag machen:
Ich teilte je drei Schülern zwölf Sätze auf jeweiligen Papierstreifen aus.
Der Richter hat den Angeklagten freigesprochen.
Der Hund darf frei herumlaufen.
Am Dienstag werde ich meine Schwester wiedersehen.
Diesen tollen Film will sich Monika unbedingt wieder ansehen.
Wo hast du denn rückwärtsfahren gelernt?
Mein kleiner Bruder wollte den ganzen Weg vom Kindergarten rückwärts heimgehen.
Mit dieser Lüge wirst du nicht davonkommen.
Du kannst dir davon mitnehmen, was du willst.
Wenn ich die Prüfung geschafft habe, werde ich fröhlich vorwärtsschauen.
Peter kann nur vorwärts einparken.
Sandra war dabei, als die Autos aufeinandergeprallt sind.
Bei diesem Streit müsst ihr beide aufeinander zugehen.
Dann schrieb ich an die Tafel:
Grammatik
Je 2 Sätze gehören zusammen
Findet 1 Regel!
Da ich schon vorher mit den Schülern viel Grammatik geübt hatte, wussten sie, ungefähr, worum es mir geht.
Trotzdem war ein hartnäckiges Phänomen bei der Lösung des Rätsels, die Sätze inhaltlich zu verstehen. So wurden teilweise je ein Satz mit dem Wort vorwärts zu einem Satz mit dem Wort rückwärts zusammengepackt, oder Sätze, in denen es ums Sehen oder Laufen ging, wurden zusammengelegt. Trotz Übungen hatten die meisten Schüler noch nicht gelernt, den Satzinhalt von der Satzstruktur gekonnt zu unterscheiden. Teilweise musste ich mehrmals darauf hinweisen: "Du sprichst vom Inhalt, aber hier geht es um Grammatik." Es kam dann mehr oder weniger rasch zu einem Hin- und Herschwanken in der Argumentation: mal wurde der Satz inhaltlich gesehen, mal formal. Schließlich jedoch, als die Schüler entdeckt hatten, was die Regel ist, dass nämlich ein Prädikat keine zwei Vorsilben haben kann, festigte sich die Argumentation und die vorher unsicheren Formulierungen wurden von den Gruppen rasch zu einer knappen Regel ausformuliert.


Schlechte Beispiele

Gerade lese ich Rolf Arnolds Ich lerne, also bin ich. Eine systemisch-konstruktivistische Didaktik.
Es ist faszinierend, dass auch die Systemiker die negativen Beispiele (in der Pädagogik) als Legitimation für ihre Theorien brauchen. Arnold jedenfalls bietet erstmal wieder dieses Schreckensbild der Schwarzen Pädagogik auf.
Sehr üblich wird dann auch gerne aus Kafkas Brief an den Vater zitiert. Arnold wehrt sich nicht.

Trotzdem mag ich Arnold zitieren, und zwar, weil er recht hübsch gegen die theorielosen Pädagogen ins Feld zieht:
Zwar kann Theorie nicht allgemein verbindlich sagen, "was besser und schlechter geeignet ist", doch kann sie Wirkungsszenarien beschreiben, die Komplexität der im Einzelfall potenziell wirksamen Faktoren ausloten und dadurch ein Differenzierungswissen zu einem Erziehungsproblem anbahnen. Dieses Differenzierungswissen ermöglicht einen Ausstieg aus der "Bauchpädagogik" und vermag erzieherische Fantasie und Vielfalt anzuregen. Gefragt ist schließlich ja auch nicht der Erziehungsingenieur, welcher die Kunst, Kinder zu kneten, perfekt beherrscht, sondern der Professional, der nicht nach Zuschreibungen sucht, sondern Vielfalt und Entwicklungsoptionen zu offerieren vermag.
Arnold, Rolf: Ich lerne, also bin ich. S. 20




Mängelwesen

Der Mensch, so wird es immer noch hergebetet, sei ein Mängelwesen.
Ich mag mal folgende Vokabel ausprobieren: der Mensch ist ein (Sich-)Erweiterungswesen.


(Wie schrieb Nietzsche? Oh Voltaire! Oh Humanismus! Oh Blödsinn!)


03.02.2010

Was ist Philosophie?

Große Verlegenheit, ob die Philosophie eine Kunst oder eine Wissenschaft ist.
Es ist eine Kunst in ihren Zwecken und in ihrer Produktion. Aber das Mittel, die Darstellung in Begriffen, hat sie mit der Wissenschaft gemein. Es ist eine Form der Dichtkunst. - Sie ist nicht unterzubringen: deshalb müssen wir eine Spezies erfinden und charakterisieren.
Die Naturbeschreibung des Philosophen. Er erkennt, indem er dichtet, und dichtet, indem er erkennt.
Er wächst nicht, ich meine, die Philosophie nimmt nicht den Verlauf, wie die andern Wissenschaften: wenn auch irgend welche Gebiete des Philosophen allmählich in die Hände der Wissenschaft übergehen. Heraklit kann nie veralten. Es ist die Dichtung außer den Grenzen der Erfahrung, Fortsetzung des mythischen Triebes - auch wesentlich in Bildern. Die mathematische Darstellung gehört nicht zum Wesen des Philosophen.
Überwindung des Wissens durch mythenbildende Kräfte. Kant merkwürdig - Wissen und Glauben! Innerste Verwandtschaft der Philosophen und der Religionsstifter!
Nietzsche, Friedrich: KSA Band 7, 19[62]


28.01.2010

ADHS

Ganz wundervoll verlief gestern eine Fortbildung in ADHS.
Ich hatte viel Stoff zusammengestellt, sehr viel Stoff für anderthalb Stunden. Wir sind erst nach zweieinhalb Stunden zum Ende gekommen und es wurde sehr viel diskutiert. Nachher stand ich in dem Schneesturm, der über Berlin brauste, schaute in das diffuse Dämmerlicht des Himmels und wunderte mich.
Es ist seit fast zwei Jahren meine These, dass die meisten ADHS-Kinder keine ADHS-Kinder sind, sondern das besitzen, was man eine weiche Traumatisierung nennt. Die weiche Traumatisierung entsteht, wenn Sinneswahrnehmungen nicht genügend kognitiv verarbeitet werden. Ursache dieser weichen Traumatisierung ist eine fehlende Sprache und mehr noch eine fehlende Fähigkeit, zu erzählen und sich erzählen zu lassen. Ursache dieser Unfähigkeit ist dann natürlich das eingeschränkte Sozialverhalten, das durch eine sinnlich deprivierte Umwelt, durch ein normativ ausgereiztes Berufsverhalten (mancher) der Eltern und durch massenmedial monotone Vorgaben (alle Nachmittagsserien und Zeichentrickfilme funktionieren ungefähr gleich) noch verstärkt wird.
Ein Teufelskreis entsteht: eingeschränktes Sozialverhalten verursacht eingeschränkte narrative Kompetenzen und vice versa.

Schön an dieser Fortbildung war auch, dass ich mehrere alte DDR-Pädagogen dabei sitzen hatte, die mir unglaublich sympathisch waren, weil die neben einer fundierten fachdidaktischen Orientierung eine insgesamt gute wissenschaftliche Kompetenz mitbrachten, also auch etwas, was mir an einem großen Teil meiner Professoren im Studium gefehlt hat.
Aber auch die jungen Leute, fast lauter Erstjährlinge im Lehrer-Dasein, haben mich sehr beeindruckt. Ein junger Physiklehrer zeigte ein so hohes soziales Niveau, dass ich viele Grundlagen, wegen denen ich mich damals in der Schule mit meinem Mentor verkracht habe, keinerlei Diskussion bedurften.

Gerade habe ich eine e-mail von Matthias Keidtel bekommen, in der er diagnostiziert, dass die Deutschen schlecht mit der Ironie könnten, dass es aber schon besser geworden sei. Eine Beobachtung, die ich nur unterschreiben kann.
Zur Ironie gehört eine gewisse Selbstfestigkeit, und die erreicht man nur durch ein gut ausgearbeitetes Weltbild. Ein gut ausgearbeitetes Weltbild verknüpft Fachwissen, Handlungsfähigkeit und Handlungserfahrung (also Planung und Reflexion) mit emotionaler Kompetenz (und zwar genau in der Reihenfolge: Trainings emotionaler Kompetenz ohne Fachwissen, z.B. über Kommunikation und Organisationsstrukturen, sind Einübungen in Persönlichkeitsstörungen).


26.01.2010

Homosexualität und Schöpfungsordnung

Eine recht faszinierende Argumentation breitet ein Stephan Gröne zum Thema Homosexualität vor uns aus (dickes Dankeschön an Chris für den Link).

Gröne beginnt sein Pamphlet (und letzten Endes ist es auch nicht mehr) mit den Worten "Gott hasst die Sünde, nicht die Sünder.", um uns dann zu erklären, dass der Homosexuelle zwar als Mensch unsere volle Anerkennung verdiene, die Homosexualität aber trotzdem eine Sünde sei.
Folgt man Judith Butlers Ausführungen in "Hass spricht" (eigentlich "Excitable speech", aufgeregtes Sprechen), so ist Gewalt gegen Menschen all das, was ihn seines sozialen Kontextes beraubt, bzw. die Mitwirkung an diesem. Seines sozialen Kontextes wird man beraubt, so pointiere ich hier mal die Argumentation, wenn dieser unklar wird, also nicht mehr deutlich wahrnehmbar ist.
Zunächst mag man Gröne als geradezu großzügig halten, wenn er allen anderen Menschen das Recht auf Missachtung des Homosexuellen abspricht. Bedenkt man aber, dass er erstens den Menschen von seiner Homosexualität trennt, indem auf deren zugleich krankhaften wie sündhaften Charakter verweist, zweitens dem "Homosexuellen" das Recht auf Uneinsichtigkeit verweist (in dem Sinne, dass das Denken des Anderen radikal entzogen ist) und drittens trotzdem eine Hierarchie aufmacht, in der die soziale Ächtung von Homosexualität zwar von Gott nicht gewünscht wird, aber trotzdem in irgendeiner Weise gottgefällig ist und damit auch gefühlt weniger schlimm, dann merkt man, wie unter der scheinbaren Klarheit eine allzu subtile Gewalt herrscht. Die Homosexualität sei weniger sozial, könnte man das auf einen Nenner bringen. Man kann also mit Judith Butler schließen, dass hier Mechanismen der Gewalt am Werke sind.
Manch einer mag nun einwenden, dass Gröne in seiner Argumentation sagt, es gebe einen Ausweg und dieser Ausweg sei klar: der in der Heilung durch den Glauben. Man kann dieses Argument sogar als klar bezeichnen, wenn man selbst nicht dieser Ansicht ist. Doch auch hier vermischen sich logische Kategorien, indem zum Beispiel die Bezeichnung 'Glaube' mit dessen verantwortlich gelebten Inhalten (falls es die gibt) gleichgesetzt wird (und etwas ähnliches passiert ja bei Begriffen: Bezeichnungen sind keine Begriffe und dass jemand eine Bezeichnung vor sich herplappert, heißt noch lange nicht, dass er auch einen Begriff davon hat). Gerade aber die Verantwortung ist ein Moment, der nicht durch soziale Vorgaben gelöst wird, sondern nur durch die Pflicht, zu seiner Entscheidung einzustehen. Ergo kann die Sünde der Homosexualität (falls es sie gibt) nicht im weltlichen Bereich, zum Beispiel durch Pamphlete oder durch Abkehr von der Homosexualität gelöst werden, sondern nur im eigentlich transzendentalen Bereich, also sozusagen im Paradies.
Die Aporie ist, dass Gröne in Bezug auf die Homosexualität den Homosexuellen sagt: willst die verantwortlich mit deiner Homosexualität umgehen, musst du dich meiner Argumentation beugen (und nicht dem Urteil Gottes). Nicht nur durch seinen Glauben, Homosexualität sei ein Krankheitsbild und eine Sünde, sondern durch seine eigene Positionierung in der Argumentation spricht der Autor dem schwulen Mann die Verantwortung ab und fordert sie zugleich ein. Klinisch gesehen ist das ein double-bind, aus der sich der Betroffene nicht anders als durch Missachtung und Verlassen der Situation lösen kann und die, wie Bateson et al. schreiben, gerne auch mal in Schizophrenie enden. Wodurch eine solche Rhetorik sich nicht auf eine Krankheit stützt, sondern sie erst erzeugt.

Media-Mania-Magazin

Es ist doch immer wieder spannend, ein Magazin herzustellen. Auch diesmal haben wir wieder - ich sagte es ja bereits - tolle Beiträge. Mit dem Design bin ich zwar insgesamt zufriedener als beim ersten Magazin, aber gefühlt auch unzufriedener. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich mittlerweile die Erfahrungen vom ersten Magazin habe sacken lassen und jetzt selbst einen anderen Anspruch an mich habe.
Jedenfalls bin ich froh, dass wir so ziemlich fertig sind und uns diesmal sogar ein wenig Luft bleibt, bis Vera das Ergebnis online stellt.

Auf diesem Weg möchte ich mich nochmals bei allen Mitwirkenden bedanken. Das sind namentlich Lea Streisand, Matthias Keidtel, Oliver Wachlin, Björn Freitag, Thomas Manegold und Marion Müller vom Periplaneta-Verlag, und Roland Müller von der Buchhandlung "Prinz Eisenherz". Das ist aber auch Heike Koschyk, die trotz allen Rummels um ihr neuestes Buch die Zeit gefunden hat, uns eine schöne Gastrezension zu schreiben.  Auch an Henrike Heiland geht für ihre wunderbare Glosse ein dickes Dank. Und natürlich geht mein Dank auch an die freundlichen Damen und Herren beim Aufbau Verlag, bei Goldmann und beim Taschen Verlag.
Nicht zuletzt seien Regina Károlyi (nein, deine Rückmeldungen sind nicht patzig: die sind immer sehr fair und fundiert), Tina Klinker, Katja Maria Weinl, Susanne Fischer (auch deine Rückmeldungen liebe ich sehr) und nicht zuletzt natürlich Vera Schott, die Media-Mania.de überhaupt erst möglich gemacht hat und ihren "Flohhaufen" mit so viel Engagement, Pflichtbewusstsein und Kompetenz führt.
Ein ganz persönlicher Dank geht an Berit Ebel, die eine spannende und kunstvolle Kurzgeschichte geschrieben hat und seit vielen Jahren mit viel Leidenschaft und großem Urteilsvermögen in der kreativen Schreibszene tätig ist. Und natürlich seien hier Stephan Hutter und Doreen Welke gedankt, mit denen ich befreundet bin (und bringt verdammt nochmal euren zweiten Stadtteilführer heraus: der erste ist viel zu gut, als dass man ihn alleine stehen lassen darf).

Alle Neugierigen erwartet ein spannendes Vergnügen mit vielen tollen Autoren.

Zwei dicke Entschuldigungen muss ich los werden.
Meine erste gilt Henrike Heiland. Ich bin immer noch nicht dazu gekommen, dein Buch zu Ende zu lesen. Dabei würde ich gerade im Moment nichts lieber tun.
Meine zweite Entschuldigung geht an alle Teilnehmer unseres Kurzgeschichtenwettbewerbs. Ich bin erst heute Nacht dazu gekommen, die Rückmeldungen zu Inhalt und Qualität jeder einzelnen Geschichte abzuschließen. Ich möchte hier natürlich weiterhin jedem Teilnehmer gegenüber aufmerksam sein, weiß aber nicht, ob ich das in Zukunft schaffe.

14.01.2010

Von wegen Traummann

Ja, hätte die Charlotte mal mich genommen. Dafür nehme ich die Charlotte.
Nachdem Cedric sowieso mit einem neuen Buch beglückt werden musste, habe ich unseren Spaziergang in die Buchhandlung gleich dazu benutzt, um mir das neue Buch von Henrike Heiland zu bestellen. Und morgen zu bekommen. Da ich gerade kaum Zeit habe zu lesen, werde ich wohl erst gegen Ende der nächsten Woche etwas dazu sagen können.

By the way. Henrike hat für ihre Glosse im Media-Mania-Magazin Februar einen ausgesprochen schnuckeligen Beitrag geliefert, sehr lesenswert. Ab 1. Februar könnt ihr euch das Magazin herunterladen.

Und was Cedric angeht, so sind wir nicht fündig geworden. Er hatte von Naomi Novik das Buch "Drachenbrut" angefangen, aber das ist stilistisch nun eine ziemliche Zumutung. Zum Einschlafen habe ich ihm den Anfang von "Erdsee" vorgelesen. Dabei ist er dann auch tatsächlich eingeschlafen.

Den Abend habe ich über zwei AV's gebrütet, mein scheußliches Tabellen-Design noch scheußlicher gemacht, im Internet rumgeforscht, irgendwelche Links überprüft und ein paar Anmerkungen zu Harry Potter und der Holm-Trilogie in meinen Zettelkasten getippt.
A propos Zettelkasten: der liegt gerade etwas brach. Normalerweise fülle ich den jeden Tag so mit fünf bis zehn Zetteln. Schaffe ich gerade nicht. Habe ja auch nichts zu lesen. Jedenfalls zeitlich gesehen nicht. Jammer.


09.01.2010

Der Alfred-Döblin-Buddy-Bär

Den suche ich gerade. Ich hatte einen brandheißen Tipp bekommen, wo ich den finden kann, doch dort war er nun nicht. Vielleicht weiß einer meiner Leser, wo der steht.

04.01.2010

Frohes Neues ...

Dann melde ich mich mal wieder zurück.

Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gerutscht. Ich selbst habe es verpennt, da ich von Dienstag bis Donnerstag einen Schreibmarathon hinter mich gebracht habe. Ich war fast sechzig Stunden wach.
Hintergrund der ganzen Geschichte war folgender: Nach den Interviews mit Lea Streisand und Matthias Keidtel, Roland Müller, den Inhabern von Periplaneta und Stephan Hutter habe ich mich nicht nur an das Schreiben von einem Artikel rund um diese Interviews gemacht, sondern auch noch die Literatur angefangen zu lesen, die mir empfohlen wurde.
Ganz persönlich angetan haben es mir die Autoren, die Keidtel genannt hat. Rein zufällig fiel mir in der Bücherei nämlich als erstes der Kempowski in die Hand und rein zufällig fand ich darin auch eine besonders amüsante Stelle. Und so bin ich von Kempowski über Genazino und dann zu Henscheid gekommen. Erst danach waren Jurek Becker und Daniel Kehlmann dran. Von Hertha Müller möchte ich noch die Atemschaukel lesen, doch da ich mich schon mal mit Der Fuchs war damals schon der Jäger intensiv beschäftigt habe, habe ich das nach hinten geschoben.

Insbesondere mit Keidtel werde ich mich weiter beschäftigen. Ich weiß nicht, wie der Autor das sieht, aber in seinen Büchern - also in der Holm-Trilogie - steckt ein unheimlich präzises System. Wie auch immer man die Bücher in der Unterhaltungsliteratur einschätzen mag, als eine Fundgrube für literaturwissenschaftliche Beschäftigungen taugen sie hervorragend.
Mein Augenmerk hat sich zunächst auf die Metaphern gerichtet. Zur Zeit sind es - beim dritten Durchlesen - die Symbole des Lesens (ein altes Thema von mir, das ich ziemlich mit Beginn meines Germanistik-Studiums aufgenommen habe), die mich beschäftigen.
Übrigens ist das Ganze, will man es ordentlich systematisieren, eine ziemliche Erbsenzählerei, eine Sache, die ich mir partout nicht leisten will, jedenfalls nicht zur Zeit.
Die Holm-Trilogie ist schon deshalb empfehlenswert, weil sie eine der brauchbarsten Schilderungen des männlichen Seelenlebens gibt, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Brauchbar heißt hier: zugleich ernsthaft, humorvoll und distanziert.