28.03.2011

Minecraft

Eigentlich wollte ich heute mehr arbeiten. Stattdessen habe ich Minecraft gespielt. Ich baue gerade eine neue Welt aus. Das ist angenehm, denn neben her kann ich über alles mögliche nachdenken.


Plutchik; Rubikon-Modell

Heute hat mir der gute Herr Plutchik, bzw. das Stichwort elementare Gefühle, 137 Besucher beschert. Erstaunlich!
Mit dem Kollegen vom AKLEB hatte ich im Januar den Zusammenhang zwischen den elementaren Gefühlen und dem Rubikon-Modell von Heckhausen erörtert. Das war eine Diskussion, die ich selber noch nie genau geführt habe, und mir deshalb selbst sehr neu. Seitdem habe ich immer wieder zu diesem Thema gesammelt. Der grundlegende Gedanke ist folgender: das Rubikon-Modell gilt prinzipiell für alle motivierten Handlungen. Es gibt allerdings zwei große Einflüsse auf die von Heckhausen postulierte Abfolge, einmal das geistige Entwicklungsstadium (Säuglinge zum Beispiel können noch nicht planen), zum anderen die Emotionen. So gibt es bestimmte starke Affekte, Zorn und Panik etwa, die die Planungsphase überspringen und gleich zum Handeln führen. Bei Zorn ist dies, zumindest wenn man Plutchik folgt, das Zerstören eines Hindernisses; bei der Panik ist dies, ebenfalls nach Plutchik, die Flucht.
Worüber ich mir im Rahmen des Rubikon-Modells auch Gedanken mache, ist die Situation als Produkt. Denn normalerweise stellt man sich unter dem Ergebnis einer Handlung einen Gegenstand vor. Bei der Flucht (aus Panik) ist aber das Ergebnis eine Situation (die Abwesenheit von Angst, das Gefühl der Sicherheit). Situationen unterliegen aber anderen kognitiven Einschätzungen als zum Beispiel Gegenstände. Und hier muss ich dann abbrechen. Der Gedanke ist eben nicht zu Ende gedacht. Ich weiß noch nicht, was ich dazu sagen soll.


Neurophysiologie

Ein kleiner Nachtrag: am Samstag habe ich einen Artikel auf suite101.de veröffentlicht, Erkennen Säuglinge Grammatikregeln? - Anlass war ein Artikel auf Spiegel online, der sich auf eine aktuelle Studie der Universität Leipzig beruft. Der Artikel war nun so seltsam, dass ich die Studie genauer gelesen habe. Dabei bin ich ziemlich ärgerlich geworden. Die Studie besagt etwas ganz anderes. Da hat wohl mal wieder jemand auf den Hype der Neurophysiologie spekuliert.


23.03.2011

Lady Gaga

Manchmal fragt man sich, was die online-Journalisten sich so denken. So behauptet jetzt ein Video-Journalist vom Stern, bei Lady Gaga ginge es um Authentizität. Das Faszinierende an dieser Künstlerin ist jedoch, dass sie jegliche Authentizität ad absurdum führt. (Hier geht's zum Link.)



ich habe Muskelkater

und außerdem tut mir mein Hintern weh. Damit will ich sagen, dass die Fahrradsaison eröffnet ist.
Außerdem steht jetzt tagsüber wieder mein Fenster offen. Das ist wegen der frischen Luft schön, aber es ist doch recht laut hier in der Ruppiner Straße.


Firefox 4.0

Habe mir gerade den neuen Firefox 4.0 heruntergeladen. Sieht ganz in Ordnung aus.


21.03.2011

hier noch ein paar Zettelchen zum Modellieren

"In der Natur gibt es interessante, zum Teil auffällige Erscheinungen, die beobachtet werden. Diese Erscheinungen veranlassen zur genauen Beobachtung. Durch Vergleichen wird versucht, Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Regelmäßigkeiten in den Erscheinungen zu erkennen. Erscheinungen werden klassifiziert, d.h., Körper, Stoffe und Vorgänge mit gemeinsamen Eigenschaften werden zusammengefasst und beschrieben."
(Seite 31 Basiswissen Schule Physik 5.-10. Klasse, Berlin 2010)

[2]
Hier der idealtypische Verlauf des vorhergehenden Zitates:
  • aufmerksam werden
  • beobachten
  • genauer beobachten
  • vergleichen
  • Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Regelmäßigkeiten erkennen
  • klassifizieren: zusammenfassen und beschreiben
(zu Seite 31)

[3]
Ein Stück weit liegt hierin auch das Prinzip des entdeckenden Unterrichts.
(Zu Seite 31)

[4]
Der Versuch, den Unterricht von der Stoffvermittlung weg zu den Prinzipien der Entdeckung und Erfindung zurückzuführen, basiert darauf, den Forschungsprozess, den hoch qualifizierte Forscher heute immer noch ausführen (müssen), nachzumodellieren, auch wenn dadurch so etwas wie eine Ostereier-Didaktik entsteht.

[5]
Wie also könnte man diesen idealtypischen Verlauf im Unterricht umsetzen?
  • Aufmerksam werden: die Konfrontation mit einem neuen Phänomen
  • beobachten: die Schüler äußern sich
  • genauer beobachten: die Schüler nehmen wahr, wie die anderen Schüler urteilen und überprüfen diese Urteile anhand des Phänomens; der Lehrer stellt Fragen, provoziert, usw.
  • vergleichen: die Schüler vergleichen ihre Wahrnehmungsurteile mit den Phänomenen, ihr Weltwissen mit dem vorhandenen Stoff, bzw. Problem
  • Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Regelmäßigkeiten erkennen: die Schüler arbeiten bestimmte Qualitäten und Klassen von Qualitäten, bzw. bestimmte Kausalitäten und Klassen von Kausalitäten heraus
  • klassifizieren: das Bestimmen relevanter Qualitäten oder Klassen von Qualitäten, bzw. das Beschreiben und/oder Definieren von Begriffsintensionen
(zu Seite 31)


ich bin noch da

Ich habe nur in letzter Zeit ein wenig gelitten, so ein wenig an mir selbst, was mal wieder damit zusammenhängt, dass ich bestimmte entwicklungspsychologische Aspekte nie generell auf sämtliche Schuldisziplinen angewandt habe, vor allem nicht auf die stark mathematischen, also die Mathematik selbst und die Physik. Dies hole ich im Moment nach. Neben meinen anderen Arbeiten habe ich unter anderem heute auch schon wieder eine Menge Text zum Experiment produziert, und hier vor allem zu Anteilen des schlussfolgernden Denkens. Angeregt worden bin ich unter anderem auch durch Schopenhauer, dessen Werk ich mir neulich zugelegt habe, aber auch durch Manfred Spitzers Buch "Lernen" und durch die neue Ausgabe von John Andersons "Cognitive Psychology", welches letztes Jahr in der mittlerweile siebten Auflage erschienen ist.


Modellieren

Der Begriff des Modellierens bezieht sich im Prinzip auf die Anschauung (das Herauslesen von Modellen aus der Umwelt) und die Anwendung (das Hineinkonstruieren von Modellen in die Umwelt). In diesem Sinne müsste man eigentlich den Begriff des Modellierens wieder vollständig kippen. Er besagt nichts Neues. Er fügt allerhöchstens einen gewissen Bezug zur Psychologie hinzu. Ob das immer so sinnvoll ist, sei dahingestellt.
(zu Seite 31-35 Basiswissen Schule Physik 5.-10. Klasse, Berlin 2010)


01.03.2011

Das Plagiat als Lappalie

Guttenbergs Rücktritt enthüllt einmal mehr das marode System. Es gibt nicht einfach eine Rücktrittserklärung, sondern eine Verquickung mit Verantwortlichkeiten in ganz anderen Bereichen. In seiner Rücktrittserklärung sagt er: "Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um eine Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten." Dies allerdings ist eine Sache, die Guttenberg selbst verursacht hat. Wer so umfassend plagiiert, hat vorher gezeigt, dass er nicht bereit ist, Verantwortung zu tragen. Wer dann hinterher von Verantwortung redet, ist ein Heuchler.
Guttenberg kritisiert weiters die "enorme Wucht der medialen Betrachtung" seiner Person. Auch dies ist eine völlige Verschiebung der Sichtweise. Guttenberg selbst hat sich mit enormer Wucht inszeniert, man denke nur an den Afghanistan-Besuch zu Weihnachten. Es kann in einer Demokratie allerdings nicht lauten: Jovis licet, non bovis licet. Es gibt Grenzen der Kritik, sicher, aber diese gelten für alle, und das politische Amt unterliegt besonderen moralischen Betrachtungen. Es ist unschön, wenn ein Student einfach abschreibt. Es ist schädlich, undemokratisch, wenn ein Politiker sich mit dem Wissen um seine Verfehlungen auf ein so wichtiges Amt bewirbt.
Genauso, wie man bei so umfangreichen Abschriften innerhalb einer Doktorarbeit nicht mehr von Zufällen sprechen kann oder Fehlern, so kann man auch nicht die Verantwortung auf andere abschieben, wenn man aufgrund von Verfehlungen zurücktritt. Guttenberg macht aus der Verantwortungsfrage eine Schuldfrage. Schuld ist immer noch eine recht infantile Vorform der Verantwortung. Vor allem aber zeigen die Reaktionen der politischen Freunde Guttenbergs, dass diese sich nicht über die Probleme im klaren sind, die die Causa Guttenberg aufwirft. So sprach der bayerische Kultusminister Spaenle von einem "Schritt, der Respekt verdiene und der Guttenbergs Persönlichkeit unterstreiche" (zitiert nach Spiegel online).