27.12.2007

Metonymie und Argument

Vielleicht sollte man eines noch für verunsicherte Youngsters nachtragen: Die Metonymie, so wie ich sie vorgestellt habe, ist sehr verallgemeinert. Das hat zwei Gründe.
Der erste Grund ist ein recht pragmatischer: ich bestimme zunächst etwas als eine Metonymie und schaue, wie weit ich damit komme. Manchmal nicht sehr weit. Schon im nächste Halbsatz löst sich die Metonymie auf und wird zum Argument, zum Syllogismus, zum Enthymem.
Der zweite Grund ist ein didaktischer: wie man dies zu Beginn seiner "intellektuellen" oder "sprachphilosophischen" Karriere macht, stochert man ein wenig im Trüben. Ich hatte ja zu Beginn des Artikels erwähnt, dass ich nicht sauber arbeiten werde. Dafür ist es hoffentlich so dicht an konkreten Beispielen geblieben, dass man das eine oder andere nachvollziehen konnte.

Was Argumente angeht, so haben sie in sich eine andere Geschlossenheit als Metonymien. Metonymien ersetzen das eigentliche Zeichen durch eine nachbarschaftliche Bedeutung. Argumente bringen zwei Phänomene in einen logischen Zusammenhang. Natürlich kann das auch die Metonymie: diese sagt ja, dass zwei Bedeutungen gegeneinander ersetzt werden (können), wenn sie in Nachbarschaft liegen (was auch immer das bei Bedeutung heißt).
Und trotzdem ist jedes Argument offen dafür, unter einen metonymischen Verdacht zu geraten. Von dieser Offenheit habe ich Gebrauch gemacht.
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