31.05.2007

Plagiate und so weiter

Da hat man mal Tür an Tür mit einem Kunstgeschichtsstudenten gelebt. Der musste jetzt nach Bayern zurück - recht geschieht's ihm, was studiert der auch Kunstgeschichte, das muss ja bestraft werden.

Aber mal im Ernst: er hieß und heißt Juri- Johannes Leuschner, und wer sich mit Krimis oder den neuesten Debatten auskennt, bei dem dürfte es klicker-di-klick machen. Leuschner? Ja, irgendwo habe ich den Namen schon einmal gehört. Peter Leuschner, immer noch amtierender Vater von Juri Leuschner, ist Autor des Buches "Der Mordfall Hinterkaifeck. Spuren eines mysteriösen Verbrechens".
"Hinterkaifeck" schildert die Umstände eines nie gelösten Mordfalles. Jetzt wurde vor über einem Jahr ein Buch von einer Andrea Schenkel veröffentlicht - "Tannöd" -, welches mittlerweile den Deutschen Krimipreis gewonnen hat und ein ziemlicher Erfolg ist. Nur: hat Frau Schenkel nicht die ganze Geschichte geklaut? Denn an zahlreichen Stellen decken sich die - zum Teil fiktiven - Schilderungen Leuschners mit dem Buch von Schenkel. Beide beziehen sich auf die Morde in Hinterkaifeck. Aber hat Frau Schenkel wirklich recherchiert, oder hat sie die ganzen Recherchen bis hin zu einigen dazu erfundenen Szenen einfach aus Leuschners Buch abgeschrieben?

Übrigens: im Gegensatz zu Schenkels Buch, das bei amazon mit drei Sternen eher mittelprächtig wegkommt, wird Leuschners Buch mit der vollen Punktzahl bedacht.

Die Leuschners wohnen in einem Schloss, das hier zu bewundern ist. Dort könnt ihr auch das sehr umfangreiche Buch Hinterkaifeck bestellen.

Ich kenne nun das Buch von Frau Schenkel nicht. Aber Hinterkaifeck habe ich mittlerweile fast fertig gelesen und finde es sehr lohnenswert.
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